Dienstag: Huawei-Auslieferung, TikTok-Datensicherheit, COVID-Warn-App, Fake News

Beweisnot für Huawei-CFO + TikTok-Mutter ByteDance verschiebt Börsengang + Corona-Warn-App wird zur "Zertifikats-Wallet" + Generation Z fällt auf Fake-News rein

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Dienstags-Aufmacher: Sonnenaufgang im Hintergrund

Dienstag ist der 194. Tag des Jahres 2021.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Andreas Knobloch

In ihrem kanadischen Auslieferungsverfahren darf Huawei-Finanzchefin Wanzhou Meng bestimmte Bankdokumente aus Hongkong nicht als Beweis vorlegen. In China hat die TikTok-Muttergesellschaft ByteDance nach Warnungen der chinesischen Aufsichtsbehörden Pläne für einen Börsengang auf Eis gelegt. Das Beispiel Didi war wohl eine Lehre.

In Deutschland können nun auch Genesene ein entsprechendes digitales Zertifikat der Corona-Warn-App hinzufügen – sowie Zertifikate bis zu drei weiterer Personen. Obwohl mit dem Internet aufgewachsen, haben junge Leute Schwierigkeiten, Wahr und Falsch im Netz zu filtern. Oft vertrauen sie eher Influencern als Nachrichtenmedien – mit bedenklichen Folgen.

Rückschlag für Wanzhou Meng. Seit 2018 sitzt Huaweis-Finanzchefin in Kanada fest. Die US-Staatsanwaltschaft wirft Meng Bankbetrug vor und fordert ihre Auslieferung. Hintergrund sind die Iran-Geschäfte von Huawei. Die in dem Verfahren zuständige Richterin gestattet der Managerin nicht, bestimmte Unterlagen der Hongkonger Bank HSBC als Beweis vorzulegen. Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt. Es ist aber ein Rückschlag für Meng, der die Huawei-Finanzchefin in ihrem Auslieferungsverfahren in Beweisnot

Die chinesische TikTok-Muttergesellschaft ByteDance stoppt ihren Gang an eine US-Börse angesichts der schlechten Erfahrungen des Fahrdienst-Vermittlers Didi. Didi hatte trotz Bedenken chinesischer Aufsichtsbehörden an seinem Börsengang festgehalten und sieht sich nun Ermittlungen über illegales Sammeln persönlicher Nutzerdaten ausgesetzt. Auch ByteDance bekam mit der chinesischen Aufsicht zu tun. Sie hat dem Unternehmen nahegelegt, sich auf Datensicherheitsbedenken zu konzentrieren. Die Bedenken zur Datensicherheit stoppen den ByteDance-Börsengang auf unbestimmte Zeit.

Datenschutz und -sicherheit waren vieldiskutierte Thema der Corona-App. Mittlerweile ist das in den Hintergrund gerückt. Mit dem neuen Update der Corona-Warn-App können nun auch Genesene ein digitales Zertifikat integrieren, das ihnen als offizieller Nachweis ihrer Gesundwerdung dient. Es reicht der Scan eines vom Hausarzt ausgestellten QR-Codes. Damit können nun sowohl Geimpfte, Getestete als auch Genese ihren digitalen Nachweis der App hinzufügen – und das für bis zu drei weitere Personen. Die Corona-Warn-App wird so zur "Zertifikats-Wallet".

Immer mehr Unzertifiziertes verbreiten dagegen junge Menschen. Obwohl digital vermutlich versierter als die Generation vor ihnen, bewerten sie die Wahrheit im Internet anders; sie neigen eher dazu, solche Inhalte zu glauben und weiterzugeben, die jemand verbreitet hat, mit dem sie sich identifizieren können. Dadurch gewinnen Influencer an Autorität. Sie und die Informationsflut lassen die Generation Z auf Fake News im Netz hereinfallen.

Auch noch wichtig:

  • Ein kybernetisches Hirn-Implantat erkennt auftretende Schmerzen und schaltet sie in Echtzeit ab – zumindest im Tierexperiment.
  • Am Dienstag vor sieben Jahren gewann Deutschland zum vierten Mal die Fußballweltmeisterschaft der Herren. Das trefferarme Finale gegen Argentinien endete 1:0 nach Verlängerung.
  • Die American Astronautical Society widmet sich beim John Glenn Memorial Symposium von Dienstag bis Donnerstag aktuellen Raumfahrtthemen.

(ds)