Digitale Souveränität: Microsoft-Cloud soll 2024 starten

Microsoft und SAP beeilen sich mit dem Aufbau ihrer Cloud für deutsche Behörden: Sie statten bereits die ersten beiden Rechenzentren aus.

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(Bild: metamorworks / Shutterstock.com)

Von
  • Christian Wölbert

Im Februar kündigte SAP an, für die deutsche Verwaltung ein spezielles Cloud-Angebot auf Basis von Microsoft-Software zu schaffen, jetzt wird es konkret: Der Walldorfer Softwareanbieter hat inzwischen eine Tochtergesellschaft namens Delos Cloud gegründet, die die Rechenzentren betreiben soll. Diese hat nun das Ziel ausgerufen, den Aufbau binnen zwei Jahren abzuschließen. "Final soll die Delos-Cloud 2024 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geprüft und auf Grundlage der dabei erzielten Ergebnisse abgenommen werden", schreibt Delos-Chef Georges Welz in der Zeitschrift "Datenschutz und Datensicherheit".

Der ehemalige Microsoft-Manager Georges Welz baut nun als Chef der SAP-Tochter Delos ein Cloud-Angebot für den öffentlichen Sektor auf.

(Bild: Delos Cloud)

Delos baut aktuell keine neuen Rechenzentren, sondern mietet Räumlichkeiten in zwei existierenden deutschen Colocation-Rechenzentren an. "Das hat tatsächlich einfach etwas mit Geschwindigkeit zu tun", sagte der ehemalige Microsoft-Manager Welz in einer Diskussionsrunde der Zeitschrift Behörden-Spiegel. Ein Neubau wäre innerhalb der aktuellen Legislaturperiode nicht zu schaffen, erklärte er.

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Microsoft und SAP sprechen von einer "souveränen" Cloud, weil die Rechenzentren von Delos statt von Microsoft betrieben werden sollen, sodass US-Behörden rechtlich gesehen nicht auf Daten zugreifen können. Die Cloud soll auch technisch von Microsofts globaler Cloud-Infrastruktur getrennt bleiben.

Kern der Delos-Cloud ist Microsofts Azure-Plattform. Darauf sollen außer Microsoft 365 auch Clouddienste zahlreicher anderer Anbieter verfügbar sein.

Aus Sicht deutscher Anbieter von Open-Source-Software begibt sich der Staat mit dem Delos-Konzept in eine Abhängigkeit von Microsoft. Außerdem könnten Hintertüren in der Software nicht ausgeschlossen werden, warnte der Verband Open Source Business Alliance im Februar. Die Bundesregierung entwickelt zusammen mit den Bundesländern und dem Dienstleister Dataport auch den sogenannten "souveränen Arbeitsplatz", der aus quelloffenen Anwendungen besteht und zu einer Microsoft-365-Alternative reifen soll.

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(cwo)