Digitaler Impfnachweis kommt: Spahns Plan für den CovPass

Bis Ende Juni soll die CovPass-App samt darin eingetragenem digitalen Impfnachweis zur Verfügung stehen, kündigt Gesundheitsminister Jens Spahn an.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 100 Beiträge
Person mit Reisepass und digitalem Impfnachweis in einer Smartphone-App wartet auf dem Flughafen.

(Bild: Shutterstock.com/ronstik)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Die CovPass-App soll ab sofort in den üblichen App-Stores verfügbar sein. Zertifikate, mit denen der Impfstatus dort eingetragen wird, können ab Montag in teilnehmenden Apotheken und bei Ärzten sowie in Impfzentren ausgestellt werden. Wer bereits vollen Impfschutz genießt, kann allerdings auch ein Schreiben ganz analog per Post bekommen, um dieses mit seinem Smartphone zu digitalisieren. Damit hätten einige Impfzentren bereits begonnen, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der am Donnerstag eine Pressekonferenz zum digitalen Impfpass gegeben hat. Bei ihm war Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), das sowohl an der Infrastruktur als auch der App beteiligt ist.

Bis Ende Juni sollen App und Zertifikat allen Interessierten zur Verfügung stehen. Der digitale Impfnachweis kann als Ergänzung zum weiterhin gültigen gelben Impfpass gesehen werden. Das Abrufen und Mit-sich-tragen der Information im Smartphone gilt als praktischer. Ebenfalls ist der Zettel gültig, auf dem der QR-Code von den Erstellern übergeben wird.

Apotheken haben nach wie vor die Möglichkeit, sich anzumelden, um an die Infrastruktur für die Erstellung der Zertifikate angeschlossen zu werden. Entsprechend wird sich die Anzahl der Teilnehmer noch erhöhen, sie sind dann auf der Seite mein-apothekenmanager.de abrufbar. Pro Kunde bekommen die Apotheken 18 Euro. Bei Arztpraxen variiert das Entgelt je nach Patient vom niedrigen einstelligen Bereich bis ebenfalls 18 Euro, so Spahn. Mit dem Geld wolle man Anreize schaffen, damit auch möglichst viele Apothekerinnen und Apotheker mitmachen. Bei einer geringeren Summe sei das anscheinend nicht sichergestellt – lautet die Antwort des Gesundheitsministers.

Um einen Kunden zu bedienen, müssen sich die Experten mit ihren Zugangsdaten auf einer vom Robert-Koch-Institut (RKI) gestellten Seite einloggen und dort Name und Geburtsdatum der geimpften Person sowie Daten zur Impfung eintragen. Spahn betont, dass die Apothekerinnen und Apotheker auch eine Art Echtheits-Prüfung als Leistung erbringen würden. Daraufhin wird das Zertifikat samt QR-Code erstellt, das dem Geimpften übergeben werden kann. Gesichert ist der Vorgang per Signatur, also mit mehreren Schlüsseln. Die Daten liegen nach dem Einscannen des Codes lokal auf dem Gerät beziehungsweise sind direkt im QR-Code gespeichert – dieser führt nicht auf eine Webseite mit Informationen.

In der Folge sollen die in der CovPass-App oder der Corona-Warn-App hinterlegten Daten über das EU-Gateway ausgelesen werden können, das T-Systems und SAP im Auftrag der EU-Kommission entwickelt haben. Dabei wird sowohl die Echtheit der Zertifikate geprüft als auch die Daten im Klartext angezeigt. Die Sammlung der Daten, also etwa Aufenthaltsorte und Bewegungsdaten von Menschen inklusive Impfstatus, sind rechtlich ausgeschlossen, technisch aber grundsätzlich möglich. In der EU ist es nicht vorgesehen, dass der digitale Impfnachweis als Zugangsvoraussetzung zu Veranstaltungen genutzt wird. Anders ist es in der Schweiz, das dortige System ist kompatibel mit dem EU-Gateway, soll aber auch bei Großevents eingesetzt werden.

Lesen Sie auch

Wer seinen Impfstatus – aber auch ein negatives Testergebnis und den Genesenstatus – nachweisen kann, darf bei Grenzüberschreitungen keine weiteren Maßnahmen auferlegt bekommen, wie Selbstisolation oder Tests, darauf einigte man sich auf EU-Ebene. Das Parlament stimmte erst in dieser Woche zu. Die Kontrolle beziehungsweise Abfrage geschieht über eine App, die der zuständige Projektmanager bei IBM als "CovPass-Check" bezeichnete.

Im Gegensatz zu der Corona-Warn-App (CWA), die von SAP entwickelt wurde, kann der CovPass von IBM und Partnern keine Kontaktnachverfolgung. Die CWA kann allerdings seit dem aktuellen Update ebenfalls den Impfstatus anzeigen. Zudem ist es bei dieser App bereits möglich, Testergebnisse eintragen zu lassen. Tests und Genesungsstatus sollen für den CovPass in den kommenden Wochen folgen.

Siehe dazu auch:

(emw)