Digitaler Impfpass: Telekom beteiligt sich an Ausschreibung

Die Bundesregierung hat Unternehmen zur Angebotsabgabe für die Umsetzung eines EU-kompatiblen Impfnachweises aufgefordert – darunter offenbar auch Microsoft.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 167 Beiträge
Person mit Reisepass und digitalem Impfnachweis in einer Smartphone-App wartet auf dem Flughafen.

(Bild: Shutterstock.com/ronstik)

Von
  • Volker Briegleb

Die Deutsche Telekom beteiligt sich an einer Ausschreibung für einen digitalen Impfpass. Die Telekom habe der Bundesregierung ein Angebot übermittelt, bestätigte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach hatte die Bundesregierung in der vergangenen Woche verschiedene Unternehmen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Laut verschiedenen Medien gehört neben der Telekom auch Microsoft dazu, das entsprechende Berichte aber nicht kommentieren wollte.

Die Bundesregierung rechnet mit etwa drei Monaten bis zur Einführung. "Die politische Vorgabe ist, dass man das in den nächsten Monaten erreicht, ich habe ja von drei Monaten gesprochen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche nach dem EU-Gipfel. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht von einem Zeitrahmen von zwölf Wochen.

Die Pläne für einen europäischen Impfpass werden auf EU-Ebene vorangetrieben. In der vergangenen Woche hatten sich die EU-Staatschefs darauf verständigt, dass es einen gegenseitig anerkannten Impfnachweis geben soll – etwa auf Grundlage von Schnittstellen zwischen den nationalen Datenbanken für die registrierten Impfungen und eines QR-Codes als digitalem Nachweis für geimpfte Personen. In Bayern wird bereits ein QR-Code als Impfnachweis ausgegeben.

Keine Einigkeit herrscht offenbar in der Frage, welche individuellen Lockerungen mit einem Impfnachweis verbunden werden könnten. "Darüber sind überhaupt noch keine politischen Entscheidungen getroffen", sagte Merkel. Etwaige Lockerungen für Geimpfte seien "bei der geringen Durchimpfung der Bevölkerung gar nicht das Thema", sagte die Kanzlerin. "Aber man muss sich ja vorbereiten."

Auf Reiseerleichterungen für Geimpfte dringen unterdessen Länder wie Griechenland, Zypern, Bulgarien und Österreich. Griechenland und Zypern haben schon jetzt Vereinbarungen mit Israel über die künftige Einreise von Geimpften geschlossen. Manche EU-Staaten wie Polen und Rumänien gewähren Geimpften bereits Vorteile, etwa bei der Einreise.

(vbr)