Digitales Lernen hat sich in der Pandemie kaum verbessert, meinen Eltern

Gut zwei Drittel der Bundesbürger mit schulpflichtigen Kindern meinen, dass sich der digitale Unterricht seit Corona nur wenig oder gar nicht verbessert hat.

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(Bild: BVDW)

Von
  • Stefan Krempl

Die digitalen Lernangebote haben sich seit dem Frühjahr nur wenig oder gar nicht verbessert. Das haben 68,2 Prozent der Bundesbürger mit schulpflichtigen Kindern in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) angegeben.

Dass sich in den Schulen beim Online-Unterricht "sehr stark" etwas bewegt hat, sagen laut Umfrage 7,7 Prozent der 1000 im Dezember befragten Bundesbürger. 24,1 Prozent gehen davon aus, dass sich die Lernplattformen bessern werden.

30,4 Prozent der Eltern erkennen an, dass die Lehrenden ihren Spielraum hier nutzen und den Online-Einsatz vorantreiben. 26 Prozent gehen vom Gegenteil aus. 38,5 Prozent antworteten mit "teils/teils".

Der Bildungssektor ist in Deutschland in der Hand der Bundesländer und daher sehr unterschiedlich organisiert. 46,1 Prozent betonen vor diesem Hintergrund, es sei eine zentrale Regelung durch den Bund nötig. 37,2 Prozent gehen davon aus, dass Lehrer, Eltern und Schüler "einfach etwas mehr Zeit brauchen". Gut ein Fünftel ist allerdings der Meinung, dass gar kein Änderungsbedarf besteht: 22,1 Prozent bestätigen die Aussage, Schulen sollten "nicht digital werden".

BVDW-Präsident Matthias Wahl wertete die Ergebnisse als "ein sehr ernüchterndes Signal und ein schlechtes Zeugnis für die deutsche Bildungspolitik". Die Datenschutzfrage habe bei vielen Schulverantwortlichen und Lehrern zu Verunsicherung geführt, befürchtet der Verband zudem.

Die Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern empfehlen, vor allem Videokonferenzsysteme von US-Anbietern wie Microsoft, Zoom, Google, GoToMeeting und Cisco vor einem Einsatz insbesondere wegen Datentransfers in Drittstaaten "sorgfältig zu prüfen". Zuvor waren die führenden Produkte aus Übersee in einem Kurztest der Berliner Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk durchgefallen.

Anfang Dezember machte Smoltczyk auch deutliche Verbesserungen an der offiziellen" E-Learning-Plattform Lernraum Berlin aus. Zunächst war sie dort auf "erhebliche rechtliche und technische Probleme" gestoßen. Eine Grundschule in Berlin-Lichtenberg hatte den digitalen Schulunterricht eingestellt, da die Rechtssicherheit für derlei Angebote nicht gegeben sei. Mit Beginn des harten Lockdowns vorige Wochen waren viele Homeschooling-Plattformen der Länder wie der Lernraum Berlin, das bayerische Portal Mebis oder die sächsische Variante LernSax schwer erreichbar oder ganz down.

(anw)