Digitalfunk für Polizei im Berliner U-Bahnnetz

Die Polizei und Feuerwehr in Berlin können im Berliner U-Bahnnetz nun modernen Digitalfunk nutzen. Damit soll ein altes Problem gelöst werden.

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(Bild: Heiko Kueverling/Shutterstock.com)

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  • dpa

Nach langen Vorbereitungen können Polizei und Feuerwehr bei ihren Einsätzen im Berliner U-Bahnnetz nun modernen Digitalfunk nutzen. Den Startschuss dafür gaben am Donnerstag Innensenator Andreas Geisel (SPD) und die Chefinnen von Polizei und den Verkehrsbetrieben BVG. In rund 170 U-Bahnhöfen und den Tunneln hätten die Einsatzkräfte jetzt eine verlässsliche Funkversorgung, hieß es.

Bisher hätten Polizisten und Feuerwehrleute ihre Funkgeräte zum Teil auf das BVG-Netz umschalten müssen. Eine direkte Verbindung zu ihren Einsatzzentralen gab es so nicht. Nachdem die BVG Teile ihrer Infrastruktur erneuerte, können Polizei und Feuerwehr das unterirdische Digitalfunknetz künftig in eigenen Bereichen mitnutzen.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte, es gehe beim Thema Funkverbindungen im U-Bahnnetz um ein "altes und langwieriges Problem". Ihre Leute seien jeden Tag irgendwo in der Stadt in U-Bahnhöfen im Einsatz, meist wegen Diebstählen, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Allein von Januar bis Juli dieses Jahres habe es 10.000 Polizeieinsätze im U-Bahnnetz gegeben. Nicht alle seien friedlich verlaufen, sagte Slowik. So habe es im Jahr 2019 112 Übergriffe gegen Polizisten in U-Bahnhöfen gegeben. Daran sehe man, wie wichtig eine stabile Funkverbindung auch dort sei.

Feuerwehrchef Karsten Homrighausen sprach von 20 Einsätzen vor allem von Sanitätern allein in den letzten 24 Stunden. Innensenator Geisel betonte: "Polizei und Feuerwehr sind auf stabile Kommunikation bei ihren Einsätzen angewiesen. Das können wir mit dem neuen Digitalfunk jetzt gewährleisten."

Der Ausbau des oberirdischen Digitalfunknetzes der Polizei soll nach jahrelangen Planungen und Problemen 2023 abgeschlossen werden, wie Slowik sagte. Bis jetzt seien 65 von 80 Funkstationen fertig. Die Fertigstellung sei der nötige "Sprung ins 21. Jahrhundert."

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(mho)