Digitalisierung: Der Hälfte geht's zu langsam, jedem 7. gar zu schnell

Mehr Tempo bei der Digitalisierung fordert eine Mehrheit der deutschen Wahlberechtigten. Die größte Kompetenz sehen die meisten bei einer möglichen Ampel.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 50 Beiträge

(Bild: Stokkete/Shutterstock.com)

Von
  • Jonas Volkert

Eine knappe Mehrheit der deutschen Wahlbevölkerung wünscht sich mehr Tempo bei der Digitalisierung. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Branchenverbands Bitkom. Erstaunlich: Für jeden 7. geht es in Deutschland mit der Digitalisierung zu schnell voran. Große Hoffnung setzen die Wahlberechtigten indes in die mögliche Ampelkoalition.

Rund 55 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Digitalisierung in Deutschland zu langsam gehe. Ein knappes Drittel (30 Prozent) findet das Tempo dagegen genau richtig, 14 Prozent sind von mehr Digitalisierung dagegen offenbar überfordert.

Auf die Frage, welchem potenziellen Regierungsbündnis sie die besten Aussichten attestieren, die Digitalisierung voranzutreiben, zeichnete sich ein klares Ergebnis: Mehr als die Hälfte traut der wohl wahrscheinlichsten künftigen Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP am ehesten zu, die nötigen Schritte einzuleiten (52 Prozent). Nur 14 Prozent sehen das größte Potenzial in einer Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FPD, 5 Prozent glauben an die Kompetenz der Großen Koalition aus SPD und Union.

Bitkom-Präsident Achim Berg zeigte sich wenig überrascht: "Das sich abzeichnende neue Ampel-Regierungsbündnis trifft einen Nerv in der Bevölkerung, indem es wichtige Zukunftsprojekte wie die Beschleunigung der Digitalisierung und den Bürokratieabbau in der Verwaltung in den Gesprächen nach vorne stellt."

Der Branchenverband fordert selbst die Schaffung eines dedizierten Digitalministeriums, das "mit allen Rechten und Ressourcen ausgestattet ist, um die Digitalpolitik der Bundesregierung zu koordinieren und voranzutreiben." Die Politik dürfe nicht "auf halber Strecke stehen bleiben" und müsse nun "auch die strukturellen Voraussetzungen für den digitalen Aufbruch schaffen“. Ein solches Ministerium finde auch in der Bevölkerung breite Unterstützung: Zahlen des Bitkom zufolge seien rund 70 Prozent der Wahlberechtigten für ein eigenständiges Digitalministerium

Die Zahlen sind das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die die Forschungsabteilung Bitkom Research unter 1005 wahlberechtigten Deutschen durchgeführt hat. In einer weiteren Umfrage befand bereits die Mehrheit der Deutschen den eigenen Wohnort als digital rückständig. Auch im Gesundheitssektor hakt es mit der Digitalisierung, auf dem Deutschen Ärztetag wurden deshalb gar Rufe nach einem Digitalisierungsstopp laut.

Mehr von iX Magazin Mehr von iX Magazin

(jvo)