Digitalrat verlangt Fortbildungskurse für die gesamte Bevölkerung

Die Coronavirus-Krise habe Deutschland eine Sprung-Digitalisierung beschert und die Arbeitswelt verändert. Daher müssten alle Deutschen fortgebildet werden.

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(Bild: metamorworks/Shutterstock.com)

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Angesichts des schnelleren technologischen Wandels durch die Corona-Krise hat der Digitalrat der Bundesregierung Fortbildungskurse für die gesamte Bevölkerung gefordert. "Finnland hat zum Beispiel bereits 2019 begonnen, seine Bevölkerung durch Onlinekurse in Zukunfts-Kompetenzen zu schulen", sagte die Vorsitzende des Gremiums, Katrin Suder, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "So etwas brauchen wir auch."

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Dem Staat komme eine besondere Verantwortung zu, um Lernen über den Lebensweg hinweg zu gestalten, sagte Suder. "Das alles geht nur mit zentraler Verantwortung, mit entsprechenden Finanzmitteln und vor allem mit dem Willen, das jetzt zu gestalten." Nötig sei "ein Wumms" nicht nur bei den Konjunkturhilfen, sondern auch beim digitalen Wandel. Hintergrund ist die Erwartung des Digitalrats, dass sich die Berufsbilder durch die veränderte Arbeitsweise während der Krise grundlegend wandeln.

"Wir haben in der Corona-Zeit eine Sprung-Digitalisierung erlebt", sagte Suder der Zeitung. "Was sonst drei Jahre gedauert hätte, ist nun in drei Monaten geschehen – ob es ums bargeldlose Bezahlen geht, um Bankgeschäfte im Internet, um den Online-Handel." Der Schritt zur vollständigen Automatisierung von körperlicher oder geistiger Routinearbeit sei dann nicht mehr groß. Auch dem IT-Branchenverband Bitkom geht die Digitalisierung in Deutschland zu langsam voran, jedoch sei die Coronavirus-Krise eine Chance und auch ein Weckruf, das Thema voranzutreiben. Jedenfalls sehe das die deutsche Wirtschaft in der Breite positiv, erklärt der Bitkom.

Die Unternehmensberaterin und frühere Staatssekretärin im Verteidigungsministerium leitet den Digitalrat seit seiner Gründung vor zwei Jahren. Das Gremium berät die Bundesregierung in Fragen der Digitalisierung. Es besteht nicht nur aus Fachleuten rund um IT- und Digitalthemen einschließlich Künstlicher Intelligenz, vertreten sind auch eine Rechtsprofessorin, ein Physiker und die Rektorin einer Fernuniversität.

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Von dem zehnköpfigen Gremium verspricht sich die Bundesregierung fachliche Expertise sowie das Stellen "richtiger Fragen", außerdem sollen die Experten ruhig "unbequem" sein und die Politik "antreiben" dürfen. Beispielsweise beriet der Digitalrat mit Bundeskanzlerin Merkel über die Verwendung der erwarteten riesigen Datenmengen, die beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz anfallen dürften.

(mit Material der dpa) / (tiw)