Digitalwährung Libra heißt jetzt Diem

Immer noch ist nicht klar, wann das von Facebook konzipierte Digitalgeld Libra auf den Markt kommen soll. Aber immerhin hat Libra jetzt den neuen Namen "Diem".

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(Bild: Ascannio/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg
  • mit Material der dpa

Die von Facebook konzipierte Digitalwährung Libra bekommt einen neuen Namen. Die Umbenennung in "Diem" ("Tag" auf Latein) solle einen "neuen Tag für das Projekt" symbolisieren, teilte die Organisation zur Verwaltung der Krypto-Währung am Dienstag mit. Das weltgrößte soziale Netzwerk hatte das Digital-Geld entwickelt, überließ dann aber die Kontrolle der Organisation mit Sitz in der Schweiz. Das im Juni 2019 vorgestellte Projekt war auf massiven Widerstand von Regierungen und Regulierern gestoßen und ist immer noch nicht gestartet.

Der neue Name signalisiere "die wachsende Reife und Unabhängigkeit des Projekts", erklärte Diem-CEO Stuart Levey laut Pressemitteilung. Aktuell steht immer noch eine Lizenz als Zahlungssystem seitens der Schweizer Finanzaufsicht Finma aus, um die sich das Konsortium hinter Diem bemüht. Ohne die wolle man nicht auf den Markt kommen. Gegenüber dem Fachdienst Coindesk erklärte Levey, dass man technisch gesehen startbereit sei.

Zuvor hatte es einem Bericht zufolge geheißen, dass ein möglicher Start des Digitalgeldes im Januar erfolgen könne. Zunächst solle demnach nur eine Libraversion herauskommen, die an den US-Dollar gebunden ist.

Im vergangenen Frühjahr gab es angesichts des Drucks bereits einschneidende Änderungen an dem Konzept. Ursprünglich war geplant, dass Libra mit einem Korb aus verschiedenen Währungen und Staatsanleihen abgesichert wird. Inzwischen soll es Libra-Einheiten geben, die fest an einzelne nationale Währungen gekoppelt sind. Zudem wurden die Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verbessert.

Facebook hatte bereits seine digitale Geldbörse für die Krypto-Währung umbenannt. Die sogenannte Wallet heißt nun Novi. Die bisherige Wallet-Marke Calibra sei sehr nahe am Namen Libra gewesen, hieß es bei der Änderung im Mai. Das Online-Netzwerk betont, dass es jetzt nur noch eines der Mitglieder der Libra Association mit denselben Rechten wie alle anderen Partner sei.

Die Wallets sind die digitalen Geldbörsen, über die Verbraucher die Libra-Währung benutzen sollen. Verschiedene Anbieter werden sie präsentieren können. Nach bisherigen Plänen soll aber in Facebook-Diensten wie WhatsApp und Messenger nur die hauseigene Wallet genutzt werden können.

(axk)