Disney wieder in Gewinnzone dank Streaming-Geschäft

Nach zwei Quartalen mit hohen Verlusten hat Disney im abgelaufenen Quartal wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Die Aktie hat einen Höchststand erreicht.

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(Bild: Michael Mulkens/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Die Corona-Krise belastet den Unterhaltungskonzern Walt Disney weiter stark, doch das Streaming-Geschäft boomt und der Entertainment-Gigant ist zurück in den schwarzen Zahlen. In den drei Monaten bis Ende Dezember erwirtschaftete Disney unterm Strich einen Gewinn in Höhe von 29 Millionen US-Dollar, etwa 24 Millionen Euro, wie Disney am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Obwohl dies ein Rückgang um 99 Prozent im Jahresvergleich ist, wurden die Erwartungen übertroffen.

In den Vorquartalen hatte es stets hohe Verluste gegeben, weil die Pandemie weite Teile des Disney-Imperiums lahmgelegt hatte. Die große Erfolgsstory bleibt in der Corona-Krise das Streaming-Geschäft um den Online-Videodienst Disney+. Im abgelaufenen Quartal gewann der im November 2019 gestartete Netflix-Rivale über 21 Millionen Abokunden hinzu – Anfang Januar waren es insgesamt bereits 95 Millionen zahlende Nutzer. Marktführer Netflix hatte zuletzt zwar schon knapp 204 Millionen, ist allerdings auch schon viel länger im Geschäft und in viel mehr Ländern vertreten. Hinzu kommt, dass bei Disney+ in großem Stil befristete Lockangebote ausliefen, was das starke Wachstum nun umso beeindruckender macht.

Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen gut an, die Aktie reagierte nachbörslich zeitweise mit Kursgewinnen. Dabei gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 16,2 Milliarden Dollar zurück. Disneys Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten – in normalen Zeiten zuverlässige Profitbringer – kriseln lahmgelegt durch die Coronavirus-Pandemie weiter heftig und erlitten einen Umsatzeinbruch um 53 Prozent. Die durch die Corona-Krise verursachten Sonderbelastungen der Sparte taxierte Disney allein für das abgelaufene Quartal auf immense 2,6 Milliarden Dollar.

Trotz des Streaming-Booms gab es in der TV- und Filmsparte insgesamt ebenfalls ein fünfprozentiges Umsatzminus. Zwar florieren auch die anderen Online-Services – neben Disney+ betreibt der Konzern noch Hulu und eine Internetausgabe des Sportsenders ESPN. Über alle Streaming-Angebote hinweg hatte Disney zuletzt laut eigenen Angaben schon mehr als 146 Millionen zahlende Kunden. Doch die Sparte umfasst auch die Hollywood-Studios und das klassische Kabelgeschäft, wo in der Corona-Krise erhebliche Abstriche gemacht werden müssen. Trotzdem hielt sich der Rückgang des Betriebsgewinns dieses Geschäftsbereichs mit einem Minus um zwei Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar in Grenzen.

Nachbörslich gewann die Aktie von Disney 1,04 Prozent. Ein Papier kostet nunmehr 156,16 Euro und hat damt einen Höchstand erreicht. (mit Material der dpa) / (olb)