DisplayPort 2.0: AMD hat die erste zertifizierte Hardware

Die GPUs in AMDs Kombiprozessoren Ryzen 6000 übertragen 40 Gbit/s über DisplayPort 2.0 – etwa für 4K-Monitore mit hoher Bildwiederholrate.

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(Bild: Barry Paterson/Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

Die VESA hat mit der Zertifizierung von DisplayPort-2.0-fähigen Geräten begonnen. Ganz vorne mit dabei: AMD mit den Kombiprozessoren der Baureihen Ryzen 6000H und Ryzen 6000U für Notebooks (Codename Rembrandt). Die integrierte Radeon-Grafikeinheit überträgt ein Videosignal mit bis zu 40 Gbit/s an ein kompatibles Display, was die VESA-Zertifizierung beweist.

Die DisplayPort-2.0-Spezifikation reizt AMD damit noch nicht aus – statt vier Verbindungs-Lanes mit jeweils 20 Gbit/s (UHBR20) gibt es viermal 10 Gbit/s (UHBR10). Verglichen mit dem bisherigen DisplayPort 1.4 reicht das aber, um einen Makel zu beheben: Angeschlossene Ultra-HD-Monitore beziehungsweise -Smart-TVs mit 3840 × 2160 Pixeln lassen sich selbst bei 10 Bit pro Farbkanal mit bis zu 144 Hertz ansteuern.

Die effektiv knapp 26 Gbit/s von DisplayPort 1.4 machen ohne Bildkomprimierung bei etwa 97 Hertz Schluss – für alles darüber hinaus braucht es eine Herabstufung auf 8 Bit, Farbunterabtastung oder Display Stream Compression (DSC). Mit den vollen 80 Gbit/s von DP 2.0 wären auch 8K-Auflösungen mit 60 Hertz oder etwa Ultra HD mit 240 Hertz drin.

Als passende Gegenstelle verwendete die VESA bei der Zertifizierung ein Display mit einem integrierten System-on-Chip (SoC) von Mediatek, der etwa die Pentonic-Familie für Smart-TVs auflegt. DisplayPort-Anschlüsse dürften allerdings auch in der Version 2.0 eine Randerscheinung bei Fernsehern bleiben – HDMI (2.1) ist dort vorherrschend.

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Der DisplayPort-2.0-Support auf GPU-Ebene heißt derweil nicht, dass ihn alle Notebooks mit CPUs wie dem Ryzen 9 6900HX oder Ryzen 7 6800U haben. Es kommt auf die Implementierung der Hersteller an, die beim Mainboard häufig sparen und langsamere Bildausgänge verwenden, auch etwa HDMI 2.0 oder gar 1.4 statt HDMI 2.1 mit 48 Gbit/s. Zudem sind derzeit noch keine PC-Monitore mit DisplayPort 2.0 erhältlich.

Bei Grafikkarten stehen die Chancen gut, dass AMDs neue Radeon-Generation RX 7000 und Nvidias GeForce RTX 4000 DisplayPort 2.0 beherrschen werden – im Bestfall mit den vollen 80 Gbit/s.

(mma)