Donnerstag: Cyberangriff auf EU-Parlament, Hacker nur kurz im Continental-System

EU-Angreifer wohl kremlnah + Lockbit schnell entdeckt + Waschbecken für Handys + Krypto-Entwickler in Haft + Mining-Verbot in New York + #heiseshow über Matter

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Mensch sitzt an RGB-Tastatur vor Monitor

(Bild: Lord Beard/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Nachdem das EU-Parlament Russland als Unterstützer des internationalen Terrorismus bezeichnet, hat ein DDoS-Angriff die Website des Parlaments zeitweise gestört. Dessen Präsidentin Metsola zeigt mit dem Finger auf den Kreml. Intrusiver waren die virtuellen Einbrecher bei den Continental-Systemen, doch wurde die Lockbit-Bande relativ schnell entdeckt. Das spart der Hannoveraner Firma Millionen. Sparen will auch ein japanisches Start-up durch Wasseraufbereitung seiner autarken Handwaschbecken. Dieses integriert einen Schlitz zur Handy-Desinfektion – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Eine kremlnahe Hackergruppe hat sich nach Angaben von EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola zu einem Cyberangriff auf die Internetseite des Europaparlaments bekannt. Dabei betonte sie, dass das Parlament kurz vorher Russland als staatlichen Unterstützer von Terrorismus bezeichnet habe. Wegen zahlreicher Zugriffe war die Website des Parlaments am Mittwoch nur eingeschränkt nutzbar, wie Parlamentssprecher Jaume Duch zuvor mitgeteilt hatte. Die Website wurde demnach "von außen durch ein hohes Maß an externem Netzwerkverkehr beeinträchtigt": Cyberangriff auf EU-Parlament nach russlandkritischer Abstimmung.

Die Attacke auf die IT-Systeme des Autozulieferers und Reifenherstellers Continental im Sommer hatte deutlich größere Auswirkungen, obwohl das Unternehmen den Angriff schon nach einem Monat bemerkt hat. Dies war aus Konzernkreisen zu erfahren, aber die Firma wollte dies nicht kommentieren. Stimmt die Angabe, hat Continental die Eindringlinge vergleichsweise flott erwischt. Im Schnitt dauert es neunmal so lange, nämlich 277 Tage, bis ein IT-Einbruch erkannt und gestoppt wird. Ein Monat ist relativ rasant und dürfte Conti Millionen Euro erspart haben: Lockbit war nur ein Monat in Continental-Systemen.

Mindestens drei weitere Monate muss Alexej Pertsev in niederländischer Haft verbringen. Dem Mann wird vorgeworfen, am Kryptowährungsmixer Tornado Cash gearbeitet zu haben. Wegen Fluchtrisikos hat ein Gericht gegen Freilassung auf Kaution entschieden. Die Staatsanwaltschaft kündigt an, Pertsev wegen Geldwäsche anzuklagen. Das Vorgehen hat vor allem in der Kryptoszene zu einem Aufschrei und Klagen gegen US-Behörden geführt. Unter anderem wird argumentiert, dass ein Entwickler nicht für das haften könne, was Dritte mit dem von ihm programmierten Dienst tun: Entwickler des Kryptowährungsmixers Tornado Cash bleibt weiter in Haft.

Derweil wird die Generierung von Bitcoins im US-Bundesstaat New York deutlich erschwert. Keine neuen Genehmigungen für Abgase erteilt New York für das Errechnen besonders energieintensiver Kryptowährungen, vorerst für zwei Jahre. Das betrifft vor allem Kryptominer, die auf "Proof of Work" setzen. Die Krypto-Lobby hat sich monatelang für ein Veto gegen das Gesetz eingesetzt – erfolglos. Nachdem die Gouverneurin bei Wahlen kürzlich im Amt bestätigt wurde, und der FTX-Kollaps die Kryptowährungsbranche generell in Verruf gebracht hat, unterzeichnete die Demokraten-Politikerin das Gesetz doch: NY verbietet neue umweltschädliche Kryptominer.

Ende Oktober landete der japanische Softwareingenieur Sho Sawada auf Twitter seinen größten Hit: 4,8 Millionen Mal wurde sein Filmchen geklickt, wie er bei McDonald's in Japan sein Smartphone in einen Schlitz neben dem Handwaschbecken steckte. Dabei wurde das Handy mit ultraviolettem Licht bestrahlt, um seine Oberfläche von Bakterien und Viren zu befreien. Ein japanisches Start-up hat mit der Übertragung eines bisher eher privaten Trends der Handy-Desinfektion sein innovatives Handwaschbecken mit Wasseraufbereitung damit noch stärker aufgewertet: Ein Waschbecken bei McDonald's zeigt Wasseraufbereitung und Handy-Wäsche.

Ein solches Waschbecken könnte man dem Smart Home zurechnen, bei dem mit Matter alles besser werden soll. Der Smart-Home-Standard reißt die virtuellen Schlagbäume zwischen verschiedenen Herstellerstandards ab. So zumindest erhoffen es sich viele. Während bislang etwa ein HomeKit-Gerät nicht im Amazon-Ecosystem zu verwenden war, wird sich das bei vielen Herstellern künftig ändern. Doch am Anfang dieser neuen Ära stellen sich viele Fragen. Was genau ist Matter eigentlich und wann setzt es sich durch? Werden auch Altgeräte von Matter profitieren? Darüber und über viele weitere Fragen sprechen wir heute live ab 12 Uhr in einer neuen Folge der #heiseshow: Revolution im Smart Home – warum der Standard Matter alle betrifft.

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(fds)