Slack, Teams, Jitsi: Wie sprechen sich SUSE-Entwickler ab?

Zwei SUSEaner erklären, welche Tools die global verteilten Teams für die virtuelle Kommunikation nutzen – und warum auch persönliche Treffen ihre Vorzüge haben.

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Von
  • Jonas Volkert

Der Trend geht in der IT zum verteiltem Team: SUSE arbeitet schon lange mit global verteilten und international besetzten Entwicklungsteams – laut Firmenangaben sind mehr als 2000 Menschen in über 30 Ländern im Unternehmen tätig. Die Kommunikation der Teams läuft daher weitgehend virtuell ab. Im Gespräch erklären die langjährigen Mitarbeiter Andreas Jaeger und Dirk Müller, was die Kommunikation bei SUSE ausmacht und welche Tools zum Einsatz kommen.

Drei Fragen und Antworten mit Andreas Jaeger und …

Andreas Jaeger arbeitet bei SUSE als Senior Produktmanager an SUSE-Produkten, die SAP-Kunden helfen. Als OpenSource-Enthusiast hat er an Projekten wie der GNU C Library, dem Port von Linux auf x86-64, openSUSE, OpenStack und Kubernetes mitgearbeitet.

… Dirk Müller

Dirk Müller arbeitet als Distinguished Engineer bei SUSE an den SUSE-Linux-Enterprise- und openSUSE-Distributionen. Mit über 25 Jahren im Open-Source-Umfeld war er an Projekten wie KDE und OpenStack beteiligt.

Bei diesem Interview handelt es sich um einen Auszug aus dem ausführlichen Gespräch "Tool Time mit SUSE" der aktuellen iX 6/2022, die seit heute im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im Heise-Shop erhältlich ist.

Beginnen wir mit der Kommunikation: Welche Tools setzen die Entwickler bei SUSE ein, um sich intern abzusprechen?

Dirk Müller (DM): In der Entwicklerkommunikation verwenden wir bei SUSE verschiedene Kommunikationstools, viele davon sind offen für die Communitys: E-Mail und Mailinglisten, interne und externe IRCs und unterschiedliche Slack-Instanzen. Seit Ende letzten Jahres nutzen wir zusätzlich SUSE-intern Slack für bereichsübergreifende Kommunikation. Der größte Teil der Abstimmungskommunikation findet in Issue-Trackern statt, für verschiedene Bereiche, übergreifend und in den meisten Fällen offen für die Communitys. Dabei folgen wir den Bedürfnissen und Ansprüchen der mit uns verbundenen Communitys, externen Partnern und Open-Source-Projekten und arbeiten wo möglich mit den vom jeweiligen Partner bevorzugten Tools.

Andreas Jaeger (AJ): Allgemein nutzen wir für unsere Meetings Microsoft Teams. Ad hoc treffe ich mich mit Dirk auch oft über einen eigenen Huddle in Slack. Als Entwicklerteams sind wir sehr flexibel und nutzen zum Beispiel für Diskussionen mit externen Communitys die openSUSE-Jitsi-Infrastruktur.

SUSE-Entwickler sitzen weltweit verteilt. Beobachten Sie bei der Präferenz der eingesetzten Tools Unterschiede zwischen den einzelnen geografischen Arbeitsorten?

DM: Das ist eine interessante Frage. Ich glaube schon, dass es geografisch zuordenbare Vorlieben für gewisse Tools gibt. Vorlieben bezüglich des persönlichen Datenschutzes sind zum Beispiel unterschiedlich stark ausgeprägt. Die eigentliche Toolwahl hängt meines Erachtens aber weniger von der Region ab, sondern von der Rolle und den Anforderungen des Teams und der Mitarbeiter:innen.

Entwickler:innen haben andere Präferenzen bezüglich des Toolings als Vertriebsmitarbeiter:innen oder Mitarbeiter:innen, die nicht im Technikbereich arbeiten. Das ist einer der Gründe, warum wir eine Kombination unterschiedlicher Tools nutzen. Der zweite Grund ist die Offenheit und Anpassungsfähigkeit, weil wir mit vielen Communityprojekten und unterschiedlichen Partnern und Kund:innen zusammenarbeiten. Das hat natürlich auch zur Folge, dass wir oft deren Werkzeuge nutzen.

Besonders zwischenmenschlich haben persönliche Treffen aber ja durchaus Vorteile. Gibt es Termine, an denen sich alle dann doch wieder einfinden müssen?

AJ: Pandemiebedingt hatte ich letztes Jahr nur ein oder zwei Treffen, bei denen zumindest die Teammitglieder aus Deutschland physisch im Office waren. Kolleg:innen aus anderen Ländern mussten per Videokonferenz teilnehmen. Wir veranstalten je nach Produkt oder Team Workshops mit Entwickler:innen, Produktmanagement, teilweise Marketing und Vertrieb, diskutieren und arbeiten ein festes Programm ab. Da gibt es dann auch viel Raum zum Kennenlernen.

DM: Pro Projektgruppe oder -linie gibt es mindestens einmal im Jahr einen Kick-off-Workshop von drei bis fünf Tagen, um die Zusammenarbeit für das nächste Projektrelease zu maximieren. Dazu gehört oft auch Retrospektive: Was hat gut funktioniert, was nicht so gut, wo gab es Feedback, wie ist die Sicht von Kunden und Partnern, welche Anforderungen und Trends gibt uns der Markt vor? Durch die Pandemie hat sich viel auf virtuelle Meetings verlagert. Auch wenn die Resultate der virtuellen Meetings gut sind, persönlich finde ich virtuelle Treffen anstrengender als In-Person-Meetings. Andererseits gibt es mittlerweile viele Tools für Whiteboarding oder Echtzeitkollaboration, die die Zusammenarbeit sehr produktiv gestalten. Jeder kann schreiben und lesen, an der Stelle, die relevant ist. Diese Freiheit ist auch ein Produktivitätsgewinn.

Vielen Dank für ihre Antworten, Herr Jaeger und Herr Müller.

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(jvo)