Drei Petabyte komprimiert: Daten aus größter Simulation des Universums abrufbar

Die aktuell größte Simulation des Universums heißt Uchuu und umfasst 3 Petabyte an Daten. Wer sie erkunden will, kann einen komprimierten Katalog abrufen.

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Ausschnitte aus der Simulation

(Bild: Tomoaki Ishiyama)

Von
  • Martin Holland

Erste Daten des aktuell umfangreichsten simulierten Universums der Welt können von Interessierten nun heruntergeladen werden – der gigantische Katalog wurde dafür auf leichter zu handhabende 100 Terabyte komprimiert. Das hat das Forschungsteam bekannt gegeben, das für die Erstellung von "Uchuu" (japanisch für Weltraum) verantwortlich war.

Mit 2,1 Billionen Partikeln in einem simulierten Kubus von 9,63 Milliarden Lichtjahren Kantenlänge handle es sich um die bis dato größte und realistischste Simulation des Universums, schreibt das Team. Angefallen seien 3 Petabyte an Daten, die für die Veröffentlichung aber deutlich komprimiert worden seien.

Bei der Simulation Uchuu geht es wie bei ähnlichen Projekten darum, große Strukturen im Universum von Computern nachbilden zu lassen, um sie besser zu verstehen. Uchuu konzentriere sich dabei "mysteriöse Halos Dunkler Materie", die nicht nur die Bildung von Galaxien kontrollieren, sondern das Schicksal des Universums selbst. Die Simulation umfasse solche riesigen Strukturen bis hinunter zu den kleinsten Galaxien. Individuelle Sterne oder gar Planeten sind nicht enthalten, erläutert das Team noch. Gleichzeitig sei in Uchuu aber auch fast die gesamte 13,8 Milliarden Jahre umfassende Geschichte des Kosmos simuliert worden. Für die Erstellung wurde der weltweit leistungsfähigste Supercomputer genutzt, der ausschließlich für astronomische Arbeiten zur Verfügung steht.

Uchuu sei wie eine Zeitmaschine, erläutert etwa die damit arbeitende Forscherin Julia Ereza. Man könne vor- und zurückspulen, auf eine Galaxie zoomen oder einen ganzen Galaxienhaufen betrachten. Mit der Simulation sollen anstehende Himmelsdurchmusterungen besser verstanden werden, erläutert das Team noch. Wer die ersten Daten selbst erkunden will, kann das mit der richtigen Technik nun tun: Die Informationen zur Entwicklung der Dunklen Materie sei deutlich komprimiert worden und stehen nun als 100 Terabyte große Datenbank zur Verfügung. Weitere Datensätze sollen folgen. Schon 2019 war damit begonnen worden, die Daten einer ähnlichen Simulation zu veröffentlichen, die unkomprimierten Daten aus IllustrisTNG umfassten sogar ein Petabyte.

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(mho)