DxO PhotoLab 4: Raw-Fotos intelligent entrauschen

Der Raw-Entwickler DxO PhotoLab 4 soll Bildrauschen deutlich besser herausrechnen als zuvor. Außerdem hat DxO die Palettennavigation deutlich verbessert.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht
Von
  • André Kramer

Kernkompetenz von DxO PhotoLab ist die automatische Korrektur von Abbildungsfehlern von Raw-Fotos auf Grundlage von Profilen. Aktuell unterstützt das Programm 60.000 Kamera-Objektivkombinationen, darunter auch neuer Kameras wie der Canon EOS R5. DxO PhotoLab optimiert nicht nur Objektivverzeichnung, Farbsäume und Lichtverteilung, sondern auch Belichtung, Kontrast und Bildrauschen. Letzteres hat der französische Hersteller deutlich verbessert.

Der neue Algorithmus DxO DeepPrime nutzt neuronale Netze, um Bildrauschen und JPEG-Artefakte besser als der bisherige Prime-Algorithmus zu reduzieren. Prime steht allerdings nach wie vor zur Verfügung. DeepPrime soll Bildrauschen drastisch reduzieren, ohne Kanten und Texturen weich zu zeichnen, und außerdem Hauttöne schonen. In Nachtaufnahmen soll der Algorithmus Sterne erhalten und dem Bild keine neuen hinzufügen, was mit Methoden ohne KI durchaus vorkommt.

DxO DeepPrime reduziert Bildrauschen, retuschiert oder ergänzt aber keine Sterne.

DxO PhotoLab zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass man einzelne Dialoge aktivieren und deaktivieren kann. Mittlerweile sind etliche Paletten zusammengekommen, die sich in Version 4 besser verwalten lassen als zuvor.

Ein Hauptschalter in der Ebenenpalette zeigt künftig auf Wunsch nur die Paletten an, an denen man tatsächlich gearbeitet hat. Über ein Sternsymbol kann man Paletten als Favoriten markieren und diese in der Kopfzeile filtern. Außerdem kann man in der Kopfzeile nach Paletten suchen, beispielsweise "Belichtung". Alle Paletten sind nun in den Kategorien Belichtung, Farbe, Schärfe, Geometrie und lokale Anpassungen sortiert, die als Schaltflächen oberhalb der Palette zur Verfügung stehen.

Einzelne Paletten lassen sich nun über Kategorien, Favoritensterne oder Texteingabe filtern.

In der integrierten Bildverwaltung „Fotothek“ lassen sich Fotos nun im Stapel umbenennen. Dabei kann man Text suchen und ersetzen, Präfixe oder Suffixe hinzufügen oder eine Nummerierung einfügen. Platzhalter für Metadaten unterstützt DxO PhotoLab bisher nicht.

Beim Kopieren und Einfügen von Entwicklungseinstellungen kann man nun wie in Lightroom Classic CC einzelne Bearbeitungsfunktionen wählen, die kopiert werden sollen, beispielsweise nur Änderungen an der Belichtung. Der Bearbeitungsverlauf gruppiert nun die Einstellungen nach Palette, etwa die Änderungen an der Gradationskurve. Die Historie zeigt detailliert, welche Werte geändert wurden.

Beim Export lässt sich nun ein Wasserzeichen einkopieren. Position und Größe von Bild und Text kann man detailliert einstellen und diese mit sieben Überblendmodi wie „Weiches Licht“ ins Foto einbinden.

DxO PhotoLab 4 bindet Wasserzeichen ein und kopiert sie über sieben verschiedene Modi ins Bild.

DxO PhotoLab steht in einer Elite- und einer Essentials-Edition sowohl für Windows als auch für macOS zur Verfügung. Nur die teurere Elite Edition enthält den Algorithmus DeepPrime und die Belichtungsoptimierung über DxO ClearView. Sie kostet zum Einführungspreis 149,99 Euro, ab dem 19. November 199 Euro. Ein Upgrade ist für 69,99 Euro, später 89 Euro zu haben. Die Essential Edition kostet 129 Euro. (akr)