E-Auto laden im Deutschlandnetz: Energieversorger kritisieren Preisobergrenze

Elektroautos im künftigen Deutschlandnetz an 1000 Ladestationen aufzuladen soll nach dem Willen Scheuers maximal 44 Cent kosten. Der BDEW moniert das und mehr.

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Laden an Laternen ist ein Projekt, das der BDEW verfolgt. Nun aber sorgen ihn erst einmal die Pläne des Verkehrsministers für ein Deutschlandnetz.

(Bild: BDEW)

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kritisiert die Pläne des Verkehrsministers Andreas Scheuer zum geplanten Deutschlandnetz aus 1000 Schnellladestandorten. Insbesondere stört den BDEW die geplante Preisobergrenze von 44 Cent pro kWh. Sie sei für Schnellladestationen außerhalb des subventionierten Deutschlandnetzes nicht darstellbar. "Hier muss die Politik eine Lösung bieten", meint BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae.

Auch würden durch die Ausschreibung die größten Bremsklötze für den Ausbau nicht beseitigt. "Fehlende Flächen für Standorte, schleppende behördliche Genehmigungsverfahren und unsichere, regulatorische Rahmenbedingungen werden auch die geförderten Standorte betreffen. Diese Hindernisse müssen zeitnah aus dem Weg geräumt werden", meint Andreae.

Scheuer hatte diese Woche angekündigt, Unternehmen könnten sich ab September um Standorte für Schnellladestationen bewerben. Dafür hat sein Ministerium "Suchräume" vor allem an Verkehrsknotenpunkten und entlang der Autobahnen veröffentlicht.

Der BDEW begrüßt laut Mitteilung das Ausschreibungsprogramm, um die öffentliche Ladeinfrastruktur auszubauen und die Wirtschaftlichkeitslücke beim Aufbau und Betrieb von Ladeinfrastruktur zu schließen.

Allerdings dürfe es künftig keinen zweigeteilten Markt geben: Auf der einen Seite ein subventioniertes, preisreguliertes Ladeinfrastrukturnetz wie das Deutschlandnetz und auf der anderen Seite eine bestehende Ladeinfrastruktur; die würde sich durch das Deutschlandnetz nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen.

Bisher kostet das Laden an bestehenden Schnellladestationen mitunter 49 Cent/kWh, manchmal auch mehr. Bei den bisher bekannt gewordenen Plänen des Ministeriums handelt es sich um eine Vorankündigung. Die Ausschreibung teilt sich in eine für eher regionale Anbieter im September, im Herbst sollen Ladestationen entlang von Autobahnen ausgeschrieben werden.

(anw)