E-Autos: Deutschland bei Ladepunkten in Europa vorn, 2000 neue wöchentlich nötig

Der Verband ACEA sieht starke Unterschiede in der Ladestationsdichte in Europa. Laut McKinsey müssten hierzulande bis 2030 noch viele neue Ladepunkte entstehen.

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Tankstellen mit mehr als sechs Mehrproduktzapfsäulen sind künftig verpflichtet, einen Kostenvergleich verschiedener Energieträger (u.a. Benzin, Diesel, Strom, Erdgas, Wasserstoff) in Euro je 100 km für ausgewählte Fahrzeugsegmente im Straßenverkehr sichtbar an Zapfsäulen oder im Verkaufsraum auszuhängen.

(Bild: BMWI)

An Deutschlands Straßen gibt es auf 100 km durchschnittlich 19,4 Ladestationen für Elektroautos. Das geht aus einer Übersicht hervor, die der europäische Verband der Automobilhersteller ACEA veröffentlicht hat. In Europa liege Deutschland damit an dritter Stelle der Länder mit der größten Ladestationsdichte.

Den ersten Platz belegen die Niederlande mit 47,5 Ladestationen je 100 km, gefolgt von Luxemburg mit 34,5. Am Tabellenende stehen Litauen und Griechenland mit 0,2, davor Polen mit 0,4 sowie Lettland und Rumänien. Für die Aufschlüsselung wurden Autobahnen, Bundesstraßen, Landstraßen und Staatsstraßen herangezogen. 18 EU-Mitgliedsländer haben nach Angaben der ACEA weniger als 5 Ladestationen auf 100 km Straße; dabei haben alle bis auf Ungarn einen Anteil von mehr als 3 Prozent an Autos, die elektrisch geladen werden können oder müssen.

Angesichts dieser Zahlen sorgt die Automobilhersteller, dass beispielsweise Griechen, Litauer oder Polen kaum bereit seien, auf ein Elektroauto umzusteigen. So könne das Ziel der EU-Kommission, die CO2-Emissionen von Neuwagen von 2021 bis 2030 um 55 Prozent zu senken, nicht erreicht werden.

Nach Berechnungen der Marktforscher von McKinsey müssten in Deutschland bis 2030 wöchentlich 2000 Ladepunkte neu installiert werden, um die Umstellung auf 100 Prozent emissionsfreie Mobilität schaffen zu können.

Ab Oktober muss für die Kundschaft an Tankstellen ersichtlich sein, wie viel eine Fahrt über 100 km mit verschiedenen Antrieben kostet. Der Mineralölverband hatte sich diese Woche in der Welt darüber beschwert, dass der vom Bundeswirtschaftsministerium vorgesehene Energiekostenvergleich verzerrend sei. Es fehle die Information, dass für E-Fahrzeugen der durchschnittliche Haushaltsstrompreis zugrunde gelegt sei. Öffentliches und schnelles Laden sei meist teurer.

(anw)