E-Fuels: Porsche und Siemens bauen Fabrik für synthetisches Benzin

In Patagonien haben die beiden Unternehmen den ersten Spatenstich für eine Anlage gesetzt, die einmal synthetisches Benzin herstellen soll.

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So soll das Projekt Haru Oni einmal aussehen.

(Bild: Porsche)

Von
  • Andreas Wilkens

In Punta Arenas im chilenischen Patagonien soll eine Industrieanlage entstehen, in der nahezu CO2-neutraler Kraftstoff hergestellt wird. Porsche und Siemens Energy haben nun den ersten Spaten für das Projekt Haru Oni gestochen.

Zunächst soll laut Porsche-Mitteilung 2022 eine Pilotanlage fertig werden, in der jährlich 130.000 Liter synthetisches Benzin erzeugt werden sollen. In zwei Stufen soll die Kapazität dann bis 2024 auf rund 55 Millionen Liter eFuels und bis 2026 auf rund 550 Millionen Liter E-Fuels erweitert werden. Der Kraftstoff soll über den nahegelegenen Hafen nach Europa gebracht werden.

Siemens Energy liefert die Windkraftanlagen, mit denen vor Ort der für die Elektrolyse nötige Strom erzeugt werden soll. Dieser Strom spaltet per Elektrolyse Wasser zu Knallgas (2H2O -> 2H2 + O2). Das Wasserstoffgas (H2) wird an Kohlenstoff gebunden, der damit nicht in der Atmosphäre landet oder ihr sogar entzogen wird (Direct Air Capture, DAC). Zwecks einfacherer Handhabbarkeit wird der Wasserstoff flüssig in Form von Methanol (CH3OH) gespeichert. Aus Methanol wird das Benzin hergestellt.

Porsche setzt im GT3-Cup bereits synthetische Treibstoffe der 2. Generation ein. Die in der patagonischen Pilotanlage hergestellten Treibstoffe der 3. Generation will Porsche zuerst ebenfalls im Clubsport verbrennen, dort macht sich der hohe Preis kaum bemerkbar, während auf der anderen Seite ein technologischer Image-Gewinn steht.

Porsche berichtet in seiner Mitteilung nur darüber, dass Windkraft verwendet werden soll. In dieser Übersichtgrafik ist auch Solarstrom enthalten.

(Bild: Siemens Energy)

Argumente gegen E-Fuels behandeln hauptsächlich die Effizienz und die damit benötigten Energiemengen. Die Herstellung hängt zum Beispiel davon ab, dass es große Überschüsse aus Wind- und Solarstrom gibt. Die gibt es in Deutschland nicht, aber anscheinend in Patagonien.

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(anw)