E-Health: IBM verkauft Teile der krankenden Watson Health-Sparte

Einst als Revolution des Gesundheitswesens angepriesen, brachte Watson Health der IBM nicht den erhofften Erfolg – nun trennt sie sich von Teilen der Sparte.

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(Bild: Mats Wiklund/Shutterstock.com)

Von
  • Jonas Volkert

IBM hat angekündigt, dass sie Teile ihrer Watson Health an die Private-Equity-Gesellschaft Francisco Partners verkaufen wird. Betroffen sind eine Reihe von Datenanalyse-Abteilungen der E-Health-Subsparte von Watson, darunter die Produkte Health Insights, MarketScan, Clinical Development, Social Program Management, Micromedex und bildgebende Softwareangebote.

Bereits seit knapp einem Jahr habe IBM laut Branchenberichten nach einem Käufer gesucht und diesen nun mit Francisco Partners gefunden. Die Investitionsfirma ist auf Investments im Tech-Sektor spezialisiert. Bloomberg zufolge schätzen Insider, die mit den Details des Abkommens vertraut sein sollen, den Wert der veräußerten Unternehmensanteile auf 1 Milliarde US-Dollar. Die beteiligten Firmen schweigen hingegen offiziell zu den finanziellen Details.

Für IBM sei der Verkauf als "klarer nächster Schritt" in Richtung eines noch stärkeren Fokus auf eine "plattformbasierte Hybrid-Cloud- und KI-Strategie" zu deuten, lässt sich IBM-Senior Vice President Tom Rosamilia in der Pressemitteilung zitieren.

IBM hatte Watson Health 2015 mit ambitionierten Zielen ins Leben gerufen. Vor allem bei Diagnosen sollte die Datenanalyse mit der KI-Software das Gesundheitswesen voranbringen – und dabei nebenbei auf dem lukrativen neuen E-Health-Markt auch Gewinne abwerfen. Mit beiden Zielen ist IBM gescheitert: Die medizinische Revolution blieb bislang aus, Watson Health zudem auch wirtschaftlich hinter den Erwartungen zurück und war laut Wall Street Journal bis zuletzt nicht profitabel.

Die Übernahme wollen die Beteiligten bis Ende des zweiten Quartals abschließen. Das bisherige Management-Team der betroffenen Abteilungen soll "in ähnlichen Rollen" in einem neuen eigenständigen Unternehmen beschäftigt bleiben – und auch für Bestandskunden der Daten- und Analyseabteilung von Watson Health soll sich zunächst nichts ändern. Bezüglich der Angestellten meint Francisco Partners, dass es sich auf "die talentierten Mitarbeiter" freue.

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(jvo)