E-Stehroller: Düsseldorf will Zahl der Mietroller halbieren

Düsseldorfs Oberbürgermeister ist das Gehabe mit E-Stehrollern zu bunt geworden. Nun will er durchgreifen.

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Besonders schlaue Köpfe könnten auf die Idee kommen, nur E-Stehroller-Fahrer mit rotem Andreaskreuz am Ellbogen dürften Busspuren und Gehwege benutzen.

(Bild: BMVI)

Von
  • Andreas Wilkens

Kreuz und quer abgestellte E-Stehroller stören den Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller. Ebenso verursachten rasende E-Stehroller-Fahrer und -Fahrerinnen – öfters alkoholisiert – erhebliche Probleme. Da obendrein der verkehrspolitische Nutzen der Gefährte fragwürdig sei, will er zusammen mit seiner Verwaltung dem Düsseldorfer Verkehrsausschuss vorschlagen, dass die Zahl der E-Strehroller im Stadtgebiet halbiert werden soll.

Auch sollen die Stehroller künftig nicht mehr irgendwo, sondern an bestimmten Stationen abgestellt werden. Anbieter sollen aufgefordert werden, falsch geparkte Roller unverzüglich zu räumen; verbotswidrig abgestellte Gefährte will die Stadt auf Kosten der Betreiber entfernen, was durchschnittlich 100 Euro pro Einsatz kosten soll. Parkverbote soll es in der Innenstadt, in "sensiblen Bereichen", an Gewässern und an Grünanlagen geben. Düsseldorf will all das ausgiebig kontrollieren und die Rollervermieter dazu bringen, mehr "Ranger" einzusetzen.

Der OB will so den "gesamten rechtlichen Spielraum" ausnutzen, wie es in einer Mitteilung heißt. Das Konzept soll dem Verkehrsausschuss am 27. Oktober vorliegen.

In Düsseldorf sind zurzeit die Anbieter Tier, Lime, Voi, Bird und Bolt aktiv, die dort zusammen mehr als 4000 E-Stehroller bereitstellen. Mit den Unternehmen hatte sich die Düsseldorfer Stadtverwaltung im vergangenen Sommer darauf geeinigt, dass Nutzer finanzielle Anreize bekommen, wenn sie die Leihgefährte an bestimmten Plätzen abstellen.

Bisher stellte die Stadt Düsseldorf für das Abstellen und die Bereitstellung von E-Stehrollern Sondernutzungserlaubnisse aus. Dabei hatte sie klar definiert, dass E-Stehroller nicht in Parkanlagen sowie Naturschutzgebieten abgestellt und natürlich auch nicht in Gewässern versenkt werden dürfen, hieß es im Juni gegenüber heise online.

Siehe dazu auch:

Dennoch bergen in Düsseldorf die Mitarbeitenden des dortigen Gartenamtes sowie des Stadtentwässerungsbetriebes regelmäßig E-Stehroller und E-Bikes aus den Gewässern in den Anlagen der Innenstadt – insbesondere aus dem Weiher an der Landskrone im Hofgarten sowie aus dem Kö-Graben. Allerdings gibt es dazu keine genaue Statistik. Aus Köln hieß es im Juli dieses Jahres, seit Anfang 2020 seien dort 400 E-Stehroller aus dem Rhein geborgen worden.

E-Stehroller im öffentlichen Verkehr (63 Bilder)

Seit dem 15. Juni 2019 sind Elektro-Stehroller, auch E-Tretroller oder E-Scooter genannt, auf öffentlichen Straßen in Deutschland zugelassen. Schon wurden die ersten in deutschen Städten gesichtet.
(Bild: Lime)

Kürzlich führte das Drängen der Stadt dazu, dass Verleiher eine erste Sonarbootfahrt veranlassten. Sie fand zwischen der Oberkasseler Brücke und der Rheinkniebrücke statt; wie viele Stehroller dabei gefunden wurden, wurde noch nicht bekannt.

(anw)