EU-Bankenaufsicht beklagt Fachkräftemangel für Kryptowährungskontrolle

Mit den neuen EU-Vorgaben soll die EU-Aufsicht EBA bald auch bestimmte Kryptowährungen kontrollieren. Doch der EBA-Chef sieht seine Behörde nicht gut gerüstet.

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(Bild: Chinnapong / Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Mit dem neuen MiCA genannten Regulierungsrahmen soll die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA ab 2025 auch im Bereich der Kryptowährungen auf die Einhaltung der Vorgaben achten. Behördenchef José Manuel Campa sorgt sich nun, dass die Einrichtung bis dahin überhaupt genug qualifizierte Leute für die Aufgabe einstellen kann. Der Bedarf an Fachkräften sei hoch, das Angebot an Talenten gerade in Technologie-Bereichen wie Kryptowährungen aber knapp, sagte er der Financial Times.

An der Gehaltsschraube zu drehen und so mit Banken, Fintechs und Consulting-Firmen um die Topleute zu konkurrieren, sei aber keine Option. Die Gehälter seien auf die der EU-Kommission angeglichen. Seiner Behörde freie Hand bei der Bezahlung zu geben, liege "nicht im Bereich der möglichen Diskussionen" zwischen der EBA und der EU-Kommission, sagte Campa.

Anfang Juli haben sich die Verhandlungsführer des EU-Parlaments, des Ministerrates und der Kommission auf eine neue Verordnung über Märkte für Krypto-Vermögenswerte geeinigt. Der Regulierungsrahmen für "Markets in Crypto-Assets" (MiCA) umfasst dabei Emittenten von ungesicherten Krypto-Vermögenswerten genauso wie die sogenannten Stablecoins, die an den US-Dollar, einen Währungskorb oder andere Vermögenswerte angekoppelt sind. Abgedeckt werden auch Handelsplätze und virtuelle Geldbörsen (Wallets), in denen die Krypto-Münzen gehalten werden.

Unter anderem soll die EBA dabei die Emittenten von Stablecoins beaufsichtigen, die bei Aktivität auf dem europäischen Markt dann auch eine EU-Präsenz unterhalten müssen. Ebenfalls soll die Behörde ein öffentliches Register der Anbieter von Krypto-Vermögenswerten führen, die die Vorschriften nicht einhalten.

Neben der offenen Frage der Kapazitäten seien auch die neuen Befugnisse Anlass zur Besorgnis in seiner Behörde, sagte Campa der Financial Times. Denn welche Coins und Einrichtungen genau sie zu beaufsichtigen habe, werde die EBA erst kurz vor Inkrafttreten der Regelungen im Jahr 2025 erfahren. Bislang sei das nicht definiert und könne sich auch in letzter Minute noch ändern. Wegen der "sehr dynamischen" Natur des Kryptosektors sei es aber auch normal, dass die Regulierung den Entwicklungen hinterherlaufe.

(axk)