EU-Cloud: Gaia-X macht formelle Fortschritte

22 Firmen und Institutionen haben den vertraglichen Grundstein für die Gaia-X-Gesellschaft gelegt, T-Systems und OVHcloud eine Kooperation angekündigt.

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(Bild: Adrian Grosu/Shutterstock.com)

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  • Stefan Krempl

Das von Deutschland und Frankreich vorangetriebene Cloud-Projekt für eine "souveräne europäische Dateninfrastruktur" ist formell einen Schritt weiter. Am Dienstag haben 22 Unternehmen und Institutionen, die beide je zur Hälfte aus den beiden Nachbarländern stammen, die die notariellen Gründungsunterlagen für die künftige Gaia-X-Gesellschaft mit Sitz in Brüssel unterzeichnet.

Es handelt sich um eine Association internationale sans but lucratif (AISBL) nach belgischem Recht, also einer Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht. Sie soll die Finanzierung und das Engagement der Mitglieder sicherstellen. Mit an Bord sind 3DS Outscale, Amadeus, Atos, Beckhoff Automation, BMW, Bosch, CISPE, De-Cix, die Deutsche Telekom, Docaposte, EDF, die Fraunhofer-Gesellschaft, German Edge Cloud, IMT, die International Data Spaces Association, Orange, OVH, PlusServer, Safran, SAP, Scaleway und Siemens.

Als Nächstes gilt es für die Beteiligten, die Hauptgeschäftsstelle einzurichten und Organisationsstrukturen aufzubauen. Die Gründer betonten, man lade Firmen aus aller Welt sowie Partner aus Wissenschaft und Politik, "die europäische Standards und Werte teilen, zur aktiven Teilnahme und Mitgliedschaft ein". Gaia-X sei zentral für "die Wettbewerbsfähigkeit und die digitale Innovationskraft unserer Wirtschaft" sowie "zukunftsfeste Arbeitsplätze in Deutschland und Europa", unterstrich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Marco Görgmaier, Leiter der Entwicklungsplattform von BMW, bezeichnete die Teilnahme als logischen Schritt, da der Hersteller "die Zukunft von automobiler Software" und damit verknüpfter wegweisender IT-Lösungen für Premiumfahrzeuge in der Cloud sehe. In diesem Rahmen sei es wichtig, Abhängigkeiten von großen Anbietern zu reduzieren.

OVHcloud und die Telekom-Tochter T-Systems hatten sich bereits am Montag auf eine Zusammenarbeit nach Gaia-X-Prinzipien geeinigt. Ziel der Partnerschaft ist es, für europäische Märkte ein "vertrauenswürdiges Public-Cloud-Angebot für alle Branchen zu schaffen", in denen Datensouveränität und die Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine bedeutende Rolle spielen.

Im Rahmen der Kooperation wollen die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben gemeinsam an einer "öffentlichen Openstack-Cloud-Plattform" arbeiten. Dieses neue Angebot richte sich an die speziellen Bedürfnisse des öffentlichen Sektors sowie an wichtige Infrastrukturbetreiber und Unternehmen aller Größenordnungen, die in strategischen oder sensiblen Bereichen von öffentlichem Interesse tätig seien. Der Dienst soll von Anfang 2021 an verfügbar sein.

(axk)