EU-Kommissarin Vestager hat Facebooks Metaverse auf dem Kieker

Die fürs Digitale zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission will das von Zuckerbergs Konzern geplanten "Metaverse" genau unter die Lupe nehmen.

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(Bild: Mark Zuckerberg/ Facebook)

Von
  • Stefan Krempl

Margrethe Vestager, die als Vizepräsidentin der EU-Kommission für Digitales zuständig ist, zeigt sich besorgt über eine mögliche künftige Monopolstellung des vormals als Facebook bekannten US-Konzerns Meta im "Internet 3.0". Sie will daher die Funktionsweise vor allem des von Meta-Chef Mark Zuckerberg vorangetriebenen Metaverse genau in den Blick nehmen. Die Wettbewerbskommissarin geht zugleich davon aus, dass aktuelle Pläne zum Aufbau einer allumfassenden Umgebung für Virtuelle Realität (VR) die Kartellbehörden vor neue Herausforderungen stellen.

"Metaverse wird neue Märkte und eine Reihe verschiedener Unternehmen hervorbringen", erklärte Vestager in einem Interview mit dem Online-Magazin "Politico". Auf dem so entstehenden Marktplatz könnte "jemand eine dominante Position einnehmen". Da passierten Sachen, "die wir verfolgen können müssen".

Den Begriff des Metaverse hat Science-Fiction-Autor Neal Stephenson in seinem Roman "Snow Crash" geprägt. In dem von Avataren bevölkerte Online-Universum sollen Menschen in einer immersiven digitalen 3D-Umgebung interagieren, arbeiten, spielen und konsumieren können. Dafür entwickeln diverse Firmen Technologien, um das Internet "betretbar" zu machen. Meta hat dabei die derzeit wohl ehrgeizigsten Pläne. Doch neben dem in die Jahre gekommenen Second Life gibt es Wettbewerber wie Decentraland und Sandbox.

Vestager sieht daher die Zeit gekommen, die mit solchen virtuellen Welten entstehenden Geschäftsmöglichkeiten und den damit potenziell verknüpften Machtmissbrauch einzelner Plattformbetreiber und VR-Händler zu untersuchen. "Wir sollten jetzt damit beginnen", über eine künftige Regulierung von Metaverse & Co. nachzudenken, betonte die Kommissarin. Dabei verwies sie auch auf eine Zunahme so genannter Non-Fungible Tokens (NFTs) innerhalb des Metaversums. Damit eröffne sich ein weiterer Bereich, den die Wettbewerbshüter beobachten sollten.

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NFTs sind auf Blockchaintechnik basierende Vermögenswerte, die das Eigentum an einem bestimmten Gegenstand oder Inhalt repräsentieren. Sie sollen laut Zuckerberg eine wichtige Rolle in der künftigen virtuellen Wirtschaft spielen. Hier gilt es Vestager zufolge, "die richtigen Fragen" zu stellen. Die US-Handelsbehörde FTC untersucht die zu Meta gehörende VR-Sparte Oculus bereits wegen möglicher Wettbewerbsverstöße. Das Bundeskartellamt ist im Bereich von Headsets des Herstellers schon aktiv geworden und hat Datenzusammenführungen untersagt.

(vbr)