EU-Kommission: Corona-Apps sollen grenzüberschreitend funktionieren

Mit einem "Durchführungsbeschluss" will die Kommission die Interoperabilität von Mobilanwendungen zum Kontakt-Tracing in der EU sicherstellen.

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(Bild: heise online / SAP)

Von
  • Stefan Krempl

Die EU-Kommission will mit einem Durchführungsbeschluss dafür sorgen, dass die Mitgliedsstaaten ihre Warn-Apps zum Nachverfolgen von Coronavirus-Infektionen grenzüberschreitend funktionsfähig machen. Entstehen soll eine Schnittstelle, um relevante pseudonymisierte Informationen aus nationalen Apps "auf sichere Weise effizient empfangen und verfügbar machen" zu können.

Bürger, die viel in der EU unterwegs sind, müssten dann nur noch eine Anwendung installieren, betont die EU-Kommission. Interoperabilität könne zu einer breiten Akzeptanz von Corona-Apps beitragen und so dazu, dass Lockdown-Maßnahmen in der gesamten EU aufgehoben werden könnten.

Derzeit gebe es in zehn Mitgliedsländern nationale Corona-Apps, bald dürften noch einmal so viele in Betrieb genommen werden, schreibt die Kommission. Viele davon setzen – wie die hiesige Corona-Warn-App – mit einer Schnittstelle von Apple und Google auf einen dezentralen Austausch von Kontaktdaten hauptsächlich über die Smartphones der Nutzer, während etwa Frankreich bislang auf einen zentralen Server setzt.

Der neue Beschluss baut auf den bereits im Mai vom europäischen E-Health-Netzwerk verabschiedeten Interoperabilitätsleitlinien mit einem Set an spezifischen technischen Spezifikationen sowie den Richtlinien zum Datenschutz bei Anwendungen im Kampf gegen die Pandemie auf. Der Durchführungsbeschluss ist Teil eines Pakets mit "kurzfristigen und sofort in Angriff zu nehmenden Vorsorgemaßnahmen der EU im Gesundheitsbereich", um einer zweiten Welle von Covid-19-Ausbrüchen entgegenzuwirken. Damit soll es unter anderem mehr Tests geben und eine höhere Impfquote gegen die saisonale Grippe erreicht werden.

(anw)