Mobilfunk im Flugzeug: EU-Kommission will bald 5G-Nutzung an Bord erlauben

Die EU-Kommission will Airlines erlauben, in Flugzeugen 5G mit Pico-Zellen bereitzustellen. Damit ließen sich 5G-Smartphones wie am Boden nutzen.

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(Bild: aapsky/Shutterstock.com)

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  • Dr. Stefan Krempl
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Einer der letzten Ruhebereiche, in denen nicht ständig Mobiltelefone klingeln, soll fallen. Geht es nach der EU-Kommission, können Smartphone-Nutzer ihre ständigen Begleiter im Alltag künftig auch nach dem Start weitgehend normal verwenden. Die Brüsseler Regierungsinstitution will es Fluggesellschaften ermöglichen, in ihren Flugzeugen eine neue 5G-Technologie zum Telefonieren und zur Internetnutzung bereitzustellen.

Man habe dazu den Durchführungsbeschluss über Frequenzen für die mobile Kommunikation an Bord von Fliegern aktualisiert, teilte die Kommission am Donnerstag auf dem Webangebot zu ihrer Digitalstrategie mit. Damit werde ein bestimmter Teil des Spektrums der neuen Mobilfunkgeneration während des Fluges zugewiesen.

"Passagiere an Bord von Flugzeugen in der EU werden ihre Mobiltelefone mit maximaler Kapazität und allen Funktionen nutzen können, genau wie bei einem 5G-Mobilfunknetz am Boden", verspricht die Exekutivinstanz. Der Dienst werde in der Kabine eines ausgerüsteten Flugzeugs mit Hilfe einer speziellen Netztechnik eingerichtet, den sogenannten Pico-Zellen. In diesem Bereich tummeln sich auch moderne WLANs. Die Technik gründet auf einer 3GPP-Spezifikation und verbessert die Abdeckung kleiner Mobilfunkzellen.

Nutzer könnten sich darüber über ihre Smartphones verbinden sowie Anrufe, Texte und Daten zwischen dem Flugzeug und dem Mobilfunknetz am Boden weiterleiten, erläutert die Kommission. In der Regel werde dabei ein Satellitennetzwerk zum Einsatz kommen.

Schon seit 2008 hat die Regierungsinstitution in ihrem einschlägigen Durchführungsbeschluss prinzipiell bestimmte Frequenzen für die mobile Kommunikation in Flugzeugen für einschlägige Dienste reserviert. Mit der Novelle der Bestimmung wird diese Option nun zulässig.

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Momentan können Flugpassagiere ihre Smartphones nach dem Abheben nur über eine gängige WLAN-Verbindung einsetzen. Airlines müssen diese gesondert verfügbar machen und berechnen dafür in der Regel vergleichsweise hohe Gebühren. Mit dem neuen Ansatz könnten die Preise fallen. Potenzielle einschlägige Regulierungsvorgaben oder einen Zeitplan für die Einführung der neuen 5G-Dienste hat die Kommission noch nicht bekannt gegeben.

Die EU prescht mit ihrem Beschluss international vor, weltweit dürften die genannten Services noch nicht auf die Schnelle verfügbar sein. In den USA etwa dürfte es mit der Installation von 5G-Ausrüstung in Flugzeugen noch eine Weile dauern. Dort seien entsprechende Initiativen bislang auch am Widerstand des Flugpersonals gescheitert, das Sicherheitsbedenken vorgebracht habe, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die Brüsseler Kommission änderte auch einen weiteren Durchführungsbeschluss zu den 5-GHz-Frequenzbändern, durch den die Frequenzen für WLAN im Straßenverkehr verfügbar werden. Dies soll etwa für Autos und Busse gelten. Die Exekutivinstanz will damit den Grundstein für Innovationen in der Automobilindustrie und potenziell für Anwendungen im Metaverse legen. Die Mitgliedstaaten sollen die entsprechenden 5GHz-Frequenzbänder so früh wie möglich, spätestens jedoch bis zum 30. Juni 2023, für die Nutzung in Straßenfahrzeugen verfügbar machen.

Schwerpunkt: 5G - Das Netz der Zukunft

(tiw)