EU-Kommission ruft Google zu mehr Transparenz auf

In einem Brief ruft die Kommission Google dazu auf, die Reihenfolge seiner Suchergebnisse offenzulegen. Außerdem sollen Preisangaben bei Reisen endgültig sein.

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(Bild: l i g h t p o e t/Shutterstock.com)

Von
  • Tilman Wittenhorst
  • mit Material der dpa

Die Europäische Kommission ruft gemeinsam mit nationalen Verbraucherschutzbehörden den Internet-Konzern Google zu mehr Transparenz auf. Konkret geht es darum, dass Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren sollten, wie die Reihenfolge von Suchergebnissen zustande kommt und ob Geld dabei eine Rolle spielt, wie die Kommission am Montag mitteilte.

Wenn die Suchmaschine Preise für Flüge oder Hotels anzeige, sollten diese außerdem endgültig sein und zusätzliche Gebühren und Steuern, die bereits berechnet werden könnten, enthalten. Die Kommission und die Verbraucherschutzbehörden hätte sich in einem gemeinsamen Brief an Google gewandt und Unternehmen aufgefordert, transparenter zu agieren und sich an EU-Recht zu halten.

Darüber hinaus wird angemahnt, dass wenn Verbraucherschutzbehörden Verstöße gegen Schutzbestimmungen meldeten, diese Inhalte von Google schneller entfernt oder deaktiviert werden sollten. Die EU-Kommission erwartet von Google, dass das Unternehmen innerhalb von zwei Monaten mitteilen wird, inwiefern es seine Praktiken geändert habe.

Mit einem neuen Regelwerk (dem Digital Services Act) will die EU Digitalkonzerne stärker regulieren als bisher. Dem zugrunde liegt die Einsicht, dass die Kommission Transparenz letztlich nicht bloß einfordern kann, sondern erzwingen muss. Dazu soll gehören, das Zustandekommen von Empfehlungen auf den Plattformen solcher Konzerne den Nutzern gegenüber transparent zu gestalten, Werbung deutlich zu kennzeichnen und Regelverstöße bei benutzergenerierten Inhalten schneller zu ahnden und die Inhalte zu entfernen.

Die jüngste Aufforderung der EU-Kommission an Google erhält Nachdruck durch ein jüngst eingeleitetes Kartellverfahren gegen den Konzern. Anlass für das förmliche Verfahren ist der Verdacht, Google sich beim Online-Anzeigengeschäft selbst bevorzugt haben.

(tiw)