EU-Sanktionen gegen Hacker: Russland plant Gegenmaßnahmen, China "tief besorgt"

Die EU-Kommission hat Sanktionen gegen mutmaßliche Hacker aus China und Russland verhängt. Die Antworten darauf folgten prompt

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(Bild: PORTRAIT IMAGES ASIA BY NONWARIT/Shutterstock.com)

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  • dpa

Moskau droht mit Maßnahmen gegen die Sanktionen der Europäischen Union wegen mehrerer mutmaßlicher Hackerangriffe aus Russland und China. So ein unfreundlicher Akt dürfe natürlich nicht unbeantwortet bleiben, teilte das russische Außenministerium am Freitag in Moskau mit. "Wie immer wird das in der Diplomatie 'spiegelbildlich' sein." Brüssel habe diese Entscheidung ohne Beweise und unter einem weit hergeholten Vorwand getroffen. Dass es politische Hintergründe gebe, sei offensichtlich.

Die chinesische Regierung hat sich "tief besorgt" über die geplanten Sanktionen der Europäischen Union gegen mehrere Hacker aus China gezeigt. Außenamtssprecher Wang Wenbin sagte am Freitag vor der Presse in Peking, die Entwicklung werde genau verfolgt. Die Nachverfolgung von Cyber-Angriffen sei hoch komplex und heikel. Auch habe die EU selber gesagt, die Maßnahmen zielten nicht auf ein bestimmtes Land. China hoffe, dass die EU und ihre Mitglieder "nicht zu strafenden oder konfrontativen Maßnahmen greifen". China sei selbst eines der Opfer von Cyber-Attacken.

Die EU hatte am Vortag erstmals Sanktionen gegen mehrere Hacker aus Russland und China verhängt. Betroffen sind vier russische Spezialisten, denen die EU einen versuchten Cyberangriff auf die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen in Den Haag vorwirft. Zudem sind das Hauptzentrum für Spezialtechnologien des russischen Militärgeheimdiensts GRU sowie zwei mutmaßliche Mitglieder der chinesischen Hackergruppe APT10 gelistet.

(axk)