EU-Supercomputer LUMI: 375 PetaFlops mit AMD Epyc und Radeon Instinct

Nach heutigem Maßstab wäre LUMI einer der zwei schnellsten Supercomputer der Welt – er ist mehr als doppelt so schnell wie zum Jahresanfang prognostiziert.

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(Bild: CSC)

Von
  • Mark Mantel

Ein Länderverbund aus Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Island, Norwegen, Polen, Schweden, Schweiz und Tschechien baut in Rahmen des EU-Förderprojekts EuroHPC den Supercomputer LUMI. Bis Ende 2021 soll er vollständig ans Netz gehen mit einer Spitzenrechenleistung von 552 PetaFlops und erwarteten 375 PetaFlops im gängigen Linpack-Benchmark – das entspricht 375 bis 552 Billiarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde bei doppelter Genauigkeit (FP64).

Zum Einsatz kommen laut Mitteilung noch nicht vorgestellte Prozessoren und GPU-Beschleuniger von AMD. Zum Zeitplan passen Epyc-7003-CPUs mit Zen-3-Technik und Radeon-Instinct-Karten mit auf Compute ausgelegter CDNA-Architektur samt KI-Funktionen. Die Rede ist von mehr als 200.000 CPU-Kernen bestehend aus 64-Kern-Prozessoren. HPE übernimmt den Aufbau im finnischen Kajaani.

Würde LUMI schon heute starten, wäre er einer der zwei schnellsten Supercomputer der Welt – den derzeitigen Platz 1 in der Top500-Liste belegt der japanische Fungaku mit einer Spitzenrechenleistung von 514 PFlops beziehungsweise 416 Linpack-PFlops. Im kommenden Jahr werden jedoch weitere Supercomputer in Betrieb gehen, darunter das Exascale-System Frontier (ebenfalls mit AMD-Hardware), LUMI wird aber auch da noch zu den schnellsten der Welt gehören.

Die EU steuert die Hälfte von gut 200 Millionen Euro zum Bau und Betrieb bei und sichert sich so 50 Prozent der Rechenleistung, die andere Hälfte kommt vom verantwortlichen Länderverbund, deren Mitglieder anteilig Zugriff auf den Supercomputer erhalten. Sie können selbst entscheiden, welche Berechnungen auf LUMI laufen.

Primär gedacht ist das System wie der italienische EuroHPC-Supercomputer Leonardo für Wettersimulationen (Stichwort Klimawandel) und zur Erforschung von Krankheiten. Die Industrie erhält unter anderem zur Materialforschung Zugriff.

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Der Forschungsbund CINECA kombiniert bei Leonardo Intels Xeon-Prozessoren mit Nvidias Ampere-GPU-Beschleunigern A100. Bei ähnlichen Kosten soll der Supercomputer etwa die halbe FP64-Rechenleistung wie LUMI erreichen, ihn mit 10 FP16-ExaFlops allerdings bei KI-Berechnungen überragen.

HPE baut LUMI mit einer Warmwasserkühlung. Mit der Abwärme werden Haushalte in Kajaani beheizt und so 20 Prozent des jährlichen lokalen Heizbedarfs abgedeckt. Die Energie für den Betrieb des Supercomputers soll zu 100 Prozent aus Wasserkraft stammen. LUMI soll bis mindestens 2026 operativ bleiben; künftige Hardware-Erweiterungen sind bereits eingeplant.

(mma)