EU will nach Corona-Krise Handelspolitik überprüfen

Die Corona-Pandemie hat Unzulänglichkeiten in der Handelspolitik offengelegt. Nun will die Europäische Union nachsteuern.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 36 Beiträge

(Bild: Vintage Tone/Shutterstock.com)

Von

Die EU will wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ihre Handelspolitik überprüfen. Ziel sei, die richtige Balance zu finden zwischen einem Europa, das "offen für Geschäfte" ist und einem Europa, das seine Bürger und Unternehmen schütze, sagte EU-Handelskommissar Phil Hogan am Dienstag bei einem Online-Treffen der Handelsminister der EU-Staaten. So solle zum Beispiel sichergestellt werden, dass die EU die richtigen Instrumente habe, um sich vor unfairen Wettbewerbspraktiken zu schützen.

Zur Überprüfung der EU-Handelspolitik sollen von Mitte Juli an auch Gespräche mit EU-Parlamentariern, Unternehmen und Vertretern der Zivilgesellschaft geführt werden. In diesen wird es um Fragen rund um Themen wie krisenresistentere Wertschöpfungsketten, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Unterstützung für kleinere und mittlere Unternehmen gehen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte nach den EU-Gesprächen, die Krise habe die Verwundbarkeit globaler Lieferketten offengelegt, etwa bei medizinischen Schutzausrüstungen. "Wir müssen den Unternehmen deshalb die Möglichkeiten geben, ihre Handels- und Lieferbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, also auf mehrere Standbeine zu stellen", forderte er. Altmaier betonte dabei die Bedeutung der Welthandelsorganisation. "Dafür brauchen wir eine starke WTO", sagte er.

Hogan berichtete zudem von Vorschlägen an die USA, in der Corona-Krise enger zusammen zu arbeiten. Diese seien bisher jedoch auf wenig Resonanz bei der Gegenseite gestoßen, sagte er.

(mho)