Eindrücke vom Geburtstag des weltweit größten Computermuseums

Das Heinz Nixdorf MuseumsForum veranstaltete zum Jubiläum eine Kirmes – mit von der Partie ein festlich gekleideter Roboter als Jahrmarktschreier.

Lesezeit: 4 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 5 Beiträge
Von
  • Marie-Claire Koch

Das Heinz Nixdorf MuseumsForum hat zum 25-jährigen Jubiläum die Ausstellung „Best of HNF“ im Foyer eröffnet, die im Stil eines klassischen Jahrmarktes durch mehr als zwei Jahrzehnte des Museums führt und bis zum 7. August 2022 geöffnet sein wird. Für Kinder startete an diesem Tag erstmalig eine "Spurensuche" mit einem Büchlein zum Rätsel lösen. Neben der Ausstellung "Papierflieger und Gummitwist" sorgten Lebkuchenherzen aus dem nahegelegenen Lemgo und vegane Gummibärchen für gute Laune. Der Eintritt war an diesem Tag für alle frei.

(8 Bilder)

Marktschreier-Roboter

Zwei Roboter begrüßten die Besucher. Der immer im Foyer stehende Pepper trug Gedichte vor, während ein stilvoll verkleideter Roboter als Jahrmarktschreier durch die Stände fuhr und Menschen zum Nähertreten motivierte. Über die verschiedenen Stationen erhielt der Besucher einen Überblick über die Geschichte des Museums.

Klassische Kirmesattraktionen wie eine Drehorgel und "Hau den Lukas" versorgten die Besucher mit Informationen. Wenn die Besucher an einer Drehorgel kurbeln, können sie Abbildungen von Exponaten wie den Schachtürken bewegen und die detailgetreuen Nachbauten des HNF ansehen. Bei einem virtuellen Pferderennen kann man Fragen zur Entwicklung der Computertechnologie bis heute beantworten und auch gegen andere antreten.

Im Raritätenkabinett konnten unter anderem Exponate wie die kleinste Dampfmaschine der Welt, kuriose Rechenäpfel, ein besonderer Hundeschädel und eine seltene Casartelli-Scheibe angesehen werden. An einer Schießbude ließen sich durch ein Infrarot-Gewehr Ziele anvisieren und daraufhin Videos zu verschiedene Ausstellungen durch Schüsse aktivieren. In einem kleinen Kinosaal liefen verschiedene Filme, etwa über Fußball spielende Roboter, Bundespräsidenten und jonglierende Artisten.

Mit einem Quiz, bei dem ein Tablet gewonnen werden kann, endet der Rundgang durch die Ausstellung. Darüber hinaus konnten sich Zuschauer außerdem die neuen Nachbauten der Theseus-Maus und des Elektronensaldierers ES 24 vorgeführt und erklären lassen.

„Mit dieser Ausstellung wollen wir alle Besucherinnen und Besucher auf eine Reise zurück in die Geschichte des HNF mitnehmen,“ betont Geschäftsführer Dr. Jochen Viehoff. „Leider lässt es die Corona-Situation nicht zu, eine große Party zu feiern. Daher haben wir uns schon frühzeitig für diese Ausstellung entschieden. Hier kann man entspannt durch 25 Jahre schlendern, sich immer wieder überraschen lassen und die Kirmesatmosphäre genießen.“

Neben dem Spurensuche-Quiz lernten Kinder die Informationstechnik auch über verschiedene Stationen von "Papierflieger und Gummitwist" kennen. Besonders viel Spaß hatten kleine und große Gäste bei einem von Fruit Ninja inspirierten Spiel, bei dem Besucher durch Bewegungen Früchte zerschlagen konnten. Über sportliche Aktivitäten wie das virtuelle Gummitwist hinausgehend, verschaffte eine Eisbude dem Publikum Zugang zu den logischen Operatoren "und", "oder", "nicht".

(10 Bilder)

Eingangsbereich der Kinderausstellung

Selbst gemalte Fische schwammen auf einem großen Bildschirm in einem 3D-Aquarium und eine geheime Botschaft konnte mittels Rohrpost durch die Ausstellung verschickt und sogar verschlüsselt werden.

Ebenfalls beliebt waren gebastelte Papierflieger, die sich über eine Rampe mit Luftdruck fliegen ließen.

Zu einer Pause lud das neue Museumscafé F7 ein, das neben Gerichten und Snacks auch Kuchen sowie warme und kalte Getränke anbietet.

Am vergangenen Samstag fand die Preisverleihung der Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), der weltweit größten technischen Berufsvereinigung, statt. Zum 25-jährigen Jubiläum wurde das HNF als "Special Citation in History" ausgezeichnet, einer Auszeichnung für Museen, Bibliotheken und Archive für besondere Leistungen bei der Bewahrung technischer Geschichte. Weltweit ist das HNF neben dem Computer History Museum in Mountain View, Kalifornien und dem Nikola Tesla Museum in Belgrad das dritte Museum mit dieser Auszeichnung.

"Das HNF wird ausgezeichnet, da es in Vorträgen, Workshops, Seminaren und Ausstellungen einem breiten Publikum Einblicke und Perspektiven vermittelt, die es braucht, um sich in einer Welt zurechtzufinden, die zunehmend von digitaler Technologie geprägt ist", erklärte Dr. Johannes Blobel von IEEE Deutschland.

Ein vom Museum angekündigter Veranstaltungshöhepunkt rund um das Jubiläum soll der Familientag am Sonntag, dem 21. November, sein. Er knüpft an die Sonderausstellung "Papierflieger und Gummitwist" an. Wie am Jubiläumstag auch, erhalten kleine Museumsbesucher die Möglichkeit, in der Dauer- und Sonderausstellung nach Hinweisen zu suchen und Aufgaben zu lösen. Als Belohnung soll es eine kleine Überraschung geben. Ein besonderer Höhepunkt wird eine Hüpfburg sein. Der Eintritt in das gesamte HNF ist an diesem Tag ebenfalls frei.

Lesen Sie auch

(mack)