Eine Million aus Bitcoingewinnen: Bislang größte Spende für die Grünen

Ein Entwickler spendet den Grünen eine Million Euro für den Wahlkampf. Das Geld stamme aus Gewinnen mit Bitcoin und ist die bisher größte Spende für die Partei.

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(Bild: Svetlana Sotnikova/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Die Grünen haben eine Parteispende in Höhe von einer Million Euro erhalten. Das Geld stamme aus Gewinnen mit der Kryptowährung Bitcoin, sagte eine Grünensprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Spender sei ein Grünenmitglied aus Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Der selbstständige Softwareentwickler wolle damit einen Impuls geben für einen Politikwechsel hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz.

Bei der Summe handele es sich um den höchsten Betrag, den die Partei jemals auf einmal erhalten habe, so die Sprecherin. Das Geld sei ihren Angaben nach für den Bundestagswahlkampf gedacht. Parteien müssen Spenden ab 50.000 Euro beim Bundestagspräsidenten anzeigen. Angaben dazu veröffentlichte der Bundestag am Mittwoch auf seiner Internetseite. Dort werden auch die Namen und Adressen von Spenderinnen und Spendern veröffentlicht, die Parteien mehr als 50.000 Euro spenden.

"Der Spender hat uns gegenüber deutlich gemacht, dass er diese Gewinne als unverdienten Reichtum ansieht, den er nicht für sich beanspruchen, sondern gesellschaftlich einsetzen möchte, für etwas, das seiner Überzeugung entspricht", sagte die Sprecherin. "Inzwischen sieht er das Bitcoin-System kritisch, unter anderem auch vor dem Hintergrund, dass die nötigen Rechenoperationen riesige Mengen Strom verbrauchen."

Der stromhungrige Verarbeitungsprozess namens Mining, mit dem Kryptowährungen wie der Bitcoin Transaktionen verarbeiten, ist schon seit Längerem als Energieverschwendung in der Kritik. Die Höhe des Stromverbrauchs lässt sich nur schätzen, da nicht bekannt ist, mit welcher Hardware die Rechenleistung im Einzelnen erbracht wird. Der "Bitcoin Electricity Consumption Index" der Universität Cambridge beziffert den aktuellen Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks auf rund 138,85 TWh pro Jahr. Forscher aus China prognostizierten kürzlich, dass der Stromverbrauch fürs Mining allein in ihrem Heimatland im Jahr 2024 rund 297 TWh erreichen werde.

(axk)