Eine Tastatur aus Papier

Mit aufgedruckten elektronischen Bedienfeldern wollen Forscher der Purdue University Papier- und Kartonverpackungen aufwerten.

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Der im neuen Verfahren bedruckte Papierzettel ist beständig gegen Feuchtigkeit, lässt sich falten oder zerknüllen und funktioniert als elektronische Tastatur.

(Bild: Purdue University)

Von
  • Arne Grävemeyer

Ein kostengünstig aufgedrucktes Keyboard verwandelt einen einfachen Papierstreifen in eine elektronische Tastatur. Ein Team um Ramses Martinez, Assistant Professor an der Purdue University in Indiana, hat eine hochfluorierte Beschichtung entwickelt, die es ermöglicht, mehrere Schichten elektronischer Schaltkreise auf Papier oder Karton zu drucken. Die Beschichtung ist extrem abweisend gegenüber Wasser, Öl und Staub, sodass darauf gedruckte Schaltkreise nicht verschmieren.

Die Forscher beschreiben ihre Technik als massentauglich und kostengünstig, ein einfaches Keyboard lasse sich in Serie für 25 US-Cent das Stück herstellen. Das neue Beschichtungsverfahren macht die aufgedruckten Tastaturen robust, insbesondere gegenüber Feuchtigkeit. Zudem haben sich die Schaltkreise auf Papier als widerstandsfähig gegen Falten und Knittern erwiesen, sie funktionierten noch mit Biegeradien von bis zu 0,3 Millimeter.

Die gezeigten Eingabefelder umfassen diverse Drucksensoren auf Papier, die ohne externe Stromversorgung funktionieren. Sie ziehen die zur Eingabeerkennung und -weiterleitung notwendige Energie aus dem Druckkontakt mit dem Finger. Beispielsweise gestalteten die beteiligten Forscher ein Bedienfeld für einen Musikplayer mit Tasten und auch einem aufgedruckten Schieberegler für die Lautstärke. Für die Zukunft stellen sie sich Zusatzfunktionen für Lebensmittelverpackungen vor oder sogar aufgedruckte Fingerscanner für die Empfänger von Versandpaketen.

Dieser Artikel stammt aus c't 21/2020.

(agr)