App Store: Apple versucht Öffnung für andere Bezahlmethoden noch zu verhindern

Apple sieht sein App-Store-Geschäftsmodell bedroht, falls eine im Rechtsstreit mit Epic erlassene Verfügung greift – diese müsse auf Eis gelegt werden.

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Digitale Einkäufe will Apple weiter selbst abrechnen – mit Provision.

(Bild: PureSolution/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple versucht, eine gerichtlich angeordnete Regeländerung im App Store doch noch zu verhindern. Nach einer Entscheidung im Kartellstreit mit Epic Games muss Apple Software-Anbietern und Entwicklern ab Dezember erlauben, Links und Buttons zu externen Bezahlmöglichkeiten in Apps zu integrieren. Mit einem neuen Antrag versucht Apple, die Anordnung des Gerichts zumindest für die Dauer des Berufungsverfahrens auszusetzen (Epic Games vs. Apple, Aktenzeichen 4:20-cv-05640, United States District Court for the Northern District of California, Oakland Division).

Durch die Anordnung werde die "Integrität des iOS-Ökosystems" sowie das gesamte "Monetarisierungsmodell" gestört, argumentiert das Unternehmen nun. Apple werde durch die Verfügung gezwungen, sein geistiges Eigentum ohne Entlohnung bereitzustellen sowie Sicherheit und Datenschutz aufzuweichen.

Das Gericht hatte im September festgestellt, dass Apple kein "gegen Kartellrecht verstoßender Monopolist" im "Markt für Transaktionen in mobilen Spielen" ist. Entwicklern dürfe aber nicht untersagt bleiben, Nutzer auf günstigere externe Kaufmöglichkeiten in ihrer App hinzuweisen, betonte die Richterin. Sie verfügte deshalb, dass Apple eine zentrale App-Store-Regel streichen muss.

Das betrifft die Regel, die es Apps verbietet, mit "Buttons, externen Links oder anderen Handlungsaufforderungen" auf andere Bezahlmöglichkeiten als Apples In-App-Bezahlschnittstelle zu verweisen. Apple verbietet das im App Store seit jeher, weil das Unternehmen bei Einkäufen über die vorgeschriebene eigene Bezahlschnittstelle (In-App Purchase – IAP) eine Provision von bis zu 30 Prozent einbehält.

Andere Zahlungsdienstleister scharren bereits mit den Hufen, in der Hoffnung, künftig in iOS-Apps präsent sein zu können. Apple-Chef Tim Cook deutete während des Verfahrens bereits an, dass das Unternehmen nach anderen Wegen zum Kassieren einer Provision suchen könnte, sollte die Vorgabe für In-App-Käufe fallen. Google will in Südkorea künftig alternative Bezahlmöglichkeiten in Apps erlauben, berechnet dafür aber weiterhin eine Provision – ähnlich könnte auch Apple vorgehen.

Epic Games hatte gegen das Urteil unmittelbar Berufung eingelegt, auch Apple ging schließlich in Berufung und fordert seitdem, die einstweilige Verfügung bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens auf Eis zu legen – um letzteres wird aktuell noch gestritten. Die einstweilige Verfügung tritt am 9. Dezember in Kraft, falls Apple mit seinem Einspruch scheitert – die Richterin hat für kommende Woche eine Anhörung angesetzt.

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(lbe)