Elasticsearch und Open Source: Amazons AWS schlägt zurück

Die Anschuldigungen, für das Open-Source-Ende von Elasticsearch verantwortlich zu sein, weist Amazon zurück. Nun soll ein Fork Elastic in die Grenzen weisen.

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(Bild: Alessandro Pintus/Shutterstock.com)

Von
  • Moritz Förster

Einen Fork von Elasticsearch und Kibana hat Amazon nach dem Open-Source-Ende der Software angekündigt. Entwickler und Anbieter Elastic machte AWS und insbesondere seine Elasticsearch-Distribution für den Lizenzwechsel verantwortlich. Sie sollte bei ihrer Ankündigung 2019 explizit keinen Fork darstellen – und wird nun doch ganz offiziell zu einem.

Bislang erschien Elasticsearch auch unter der Apache-2-Lizenz, die künftig durch die Server Side Public License (SSPL) ersetzt wird. Letztere stellt jedoch nach Einschätzung von Organisationen wie der OSI keine Open-Source-Lizenz dar. AWS will seine Distribution nun ebenfalls unter der ALv2 veröffentlichen und die Community in die Weiterentwicklung einbinden.

Codebasis soll die letzte freie Version 7.10 von Elasticsearch sein, AWS will seine neue Distribution in den kommenden Wochen auf GitHub zur Verfügung stellen. Erst einen Tag vor Amazons Ankündigung hatte Logz.io ebenfalls einen Fork der Software in Aussicht gestellt; ob und wie beide miteinander in Beziehung stehen, ist unklar – beide pochen auf die Beteiligung unbenannter Partner.

Elastics CEO Shay Banon machte Amazon für den Lizenzwechsel verantwortlich. AWS weist die Vorwürfe nun zurück. Vielmehr wolle Elastic andere Unternehmen auf diese Weise davon abhalten, ebenfalls Dienste auf Basis der freien Software anzubieten – mit einem stärkeren Wachstum der eigenen Firma als Ziel. Shay Banon meinte zu der Ankündigung Amazons, dass sie den Fork leider erwartet hätten. Jedoch sei Elastic erleichtert, da sie sich nun auf ihre Produkte und nicht auf die Auseinandersetzung konzentrieren könnten.

Derweilen geht Elastic weiterhin auch vor Gericht gegen Amazon vor. In seinen Anschuldigungen gegen den Konzern berief sich Shay Banon ebenfalls auf eine etwaige Markenrechtsverletzung durch AWS, durch die Verwendung des Namens Elasticsearch würden Nutzer verwirrt. Zu der laufenden Klage äußert sich Amazon in seiner Ankündigung des Forks nicht.

Siehe zu der Auseinandersetzung um die Elastic-Nutzung durch Amazon:

(fo)