"Elektra Trainer": Elektroflugzeug für zwei Personen absolviert seinen Erstflug

Das bayerische Elektro-Ultraleichtflugzeug ist erstmals abgehoben und sicher wieder gelandet. Die Serienproduktion wird schon vorbereitet.

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Elektra Trainer fliegt über einem See mit Inseln

Elektra Trainer Elektroflugzeug

(Bild: Elektra Solar)

Von
  • Frank Schräer
  • mit Material der dpa

Ein zweisitziges Elektroflugzeug eines bayerischen Herstellers ist am Mittwochnachmittag erstmals vom Flughafen bei Memmingen abgehoben. Der Hersteller Elektra Solar GmbH will die Maschine in Zukunft Sportfliegern und Fluglehrern als Alternative zu Flugzeugen mit Verbrennungsmotor anbieten. In etwa zehn Jahren werde es schon Elektroflugzeuge für bis zu zehn Personen und für Strecken von mehr als 500 Kilometern geben, sagte Unternehmensgründer Calin Gologan vor dem Erstflug am Allgäu Airport.

Seine Maschine "Elektra Trainer" hat eine maximale Reichweite von 300 Kilometern, wobei sie dann etwa zweieinhalb Stunden in der Luft sein kann. Die Flügelspannweite beträgt knapp 15 Meter, das Höchstgewicht mit Besatzung 600 Kilogramm. Entwickelt wurde das Elektroflugzeug für Sportflieger und Fluglehrer, es soll rund 250.000 Euro kosten. Anfragen gibt es wohl bereits aus ganz Europa.

Durch sein geringes Betriebsgeräusch von nur etwa 55 Dezibel, was einem Fernseher in Zimmerlautstärke oder einem Regenschauer entspricht, ist das Schulungsflugzeug auch für stadtnahe, kleine Flugplätze geeignet. Start- und Landebahnen mit einer Länge von 200 Metern reichen laut Hersteller aus. Das Elektroflugzeug ist mit Solarzellen auf den Tragflächen ausgestattet und erreicht eine Geschwindigkeit von 120 km/h.

Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks wird die Serienproduktion des "Elektra Trainer" bereits vorbereitet. In einigen Jahren sollen 100 Exemplare dieser elektrischen Ultraleichtflugzeuge pro Jahr hergestellt werden. Derzeit soll es weltweit nur zwei Maschinen geben, die elektrisch mit zwei Passagieren fliegen können. Der Erstflug des Elektra Trainer wurde aber lediglich von einem Piloten durchgeführt, da die Genehmigung für einen Passagier seitens des Luftfahrtbundesamts noch aussteht.

Mit einer angegebenen Reichweite von bis zu 1000 Kilometer stellte ein Vorgängerunternehmen bereits 2012 die Elektra Solar One vor. 2015 überquerte ein Testpilot mit der Elektra One Solar als erstes rein elektrobetriebenes Flugzeug erfolgreich die Alpen.

Weltweit arbeiten die Hersteller an Elektroflugzeugen. Darunter ist auch das slowenische Unternehmen Pipistrel, das kürzlich erst vom Luftfahrtunternehmen Textron übernommen wurde, unter dessen Dach unter anderem die Flugzeughersteller Cessna, Beechcraft und Bell produzieren. Nach der Übernahme will Textron die Kenntnisse im Elektroflugzeugbau konzernweit nutzen, um schnell in den Markt der nachhaltigen Luftfahrt voranzukommen.

(fds)