Elektro-LKW: General Motors und Nikola blasen Parnerschaft ab

Nikola-Aktien rasseln in den Keller. Eine im September angekündigte Partnerschaft mit GM findet nicht statt, der Nikola-Pick-up wird nicht gebaut.

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Der E-Pick-Up Badger bleibt eine Idee auf dem Papier.

(Bild: Nikola (bearbeitet))

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Der Elektro-LKW-Entwickler Nikola wird doch keinen elektrischen Pick-up verkaufen. Die dafür notwendige Kooperation mit General Motors (GM) ist abgesagt. Entgegen einer Ankündigung von Anfang September wird sich GM weder an Nikola beteiligen noch Produktionskapazitäten zur Verfügung stellen. Was bleibt ist eine unverbindliche Absichtserklärung, wonach GM Wasserstoff-Brennstoffzellen für Nikolas geplante elektrische Sattelschlepper liefern wird – sofern Einigung über Preise und andere Modalitäten erzielt werden kann.

Das musste Nikola am Montag bekanntgeben. Während GM-Aktien 2,7 Prozent nachgaben, verloren Nikola-Aktien schlagartig mehr als ein Viertel ihres Werts. Der Schlusskurs von 20.41 US-Dollar liegt sogar mehr als 78 Prozent unter dem Höchstkurs vom Juni. Das in Arizona beheimatete Unternehmen ist seit Juni börsennotiert, hat aber noch keine Fahrzeuge ausgeliefert.

Nikolas geplanter E-Pick-up namens Badger mit 1000km Reichweite ist nun Geschichte. Die Arbeit an elektrischen Sattelschleppern soll aber weitergehen. Ende 2021 sind Testfahrten mit Vorserien-Lkw geplant, 2022 sollen die ersten Beta-Prototypen auf die Straße kommen.

Dazu müsste das Unternehmen aus der Krise kommen. Nikola ist mit dem Vorwurf konfrontiert, Investoren getäuscht zu haben, indem es den Stand der eigenen Technik irreführend positiv dargestellt habe. Die in Videos 2016 und 2018 fahrend gezeigten Lkw wären lediglich eine abschüssige Straße hinabgerollt, hätten jedoch gar keinen funktionierenden Antrieb. Nikolas frappierende Stellungnahme: Der Antrieb funktioniere, sei bloß noch nicht eingebaut gewesen.

Elektro-Pickup Nikola Badger kommt nicht (9 Bilder)

Der Badger sollte batterieelektrisch laufen können, aber auch mit Brennstoffzellen.
(Bild: Nikola Corp)

Das US-Justizministerium und die US-Kapitalmarktbehörde SEC ermitteln. Nikola-Chef und -Gründer Trevor Milton musste infolge des Börsenmanipulations-Vorwurfs zurücktreten. Der Kurssturz trifft den Milliardär auch finanziell: Erst ab Dienstag dürfte er seine Nikola-Aktien verkaufen. Nach dem Börsengang waren er und andere frühe Investoren dazu verpflichtet, ihre Aktien mindestens bis Montag zu halten. Für sie kam der Kurssturz also höchst ungelegen. Immerhin verspricht Nikola, alle Anzahlungen für Badger-Bestellungen rückzuerstatten.

(ds)