Elektroauto: Electric Brands präsentiert batterieelektrischen Xbus Camper

Das 3,95 Meter lange, batterieelektrische Leicht-Kfz mit bis zu 56 kW und Radnabenantrieb bietet Platz für zwei Personen, ein Auszug ermöglicht ein Doppelbett.

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(Bild: Xbus)

Von
  • Florian Pillau

Noch ist es ein Prototyp, doch ab 2024 soll der Xbus Camper für Kunden verfügbar sein. Das gibt der Hersteller Electric Brands heute bekannt. Xbus ist eine modulare Modellfamilie mit je zwei Antriebs- und Batteriekonfigurationen und neun Aufbauvarianten, erhältlich als Pickup, Transporter, Bus oder eben Camper. Diese Vielfalt erlauben unter anderem erleichterte Homologationsvorschriften durch die Einstufung als Elektro-Leichtfahrzeug. Inspiriert ist die Optik vom russischen Geländebus UAZ-452 "Buhanka", die Dimensionen entsprechen eher denen des Mitsubishi L300 4WD in Kurzversion.

Der Camper macht das Beste aus den 3,95 Metern Länge, was schon mal nicht so schwierig ist, weil der Xbus ein Frontlenker ist. Das bedeutet, dass Fahrer und Beifahrer über der vorderen Achse sitzen. Die heute gültigen Crash-Normen für Pkw ließen sich mit so einer Anordnung nur mehr schwer erfüllen, so waren der VW T3 oder der Mitsubishi L300 die letzten echten Frontlenker-Fahrzeuge vergleichbaren Formats. Seit dem VW T4 ist die vordere Sitzreihe hinter der Achse positioniert – schlecht für die Raumnutzung, gut für die Sicherheit.

Xbus Camper (11 Bilder)

Electric Brands hat ein Elektroleichtfahrzeug als Camper im Sinn.

Im Xbus entsteht Platz in zwei Richtungen: durch ein Aufstelldach mit Zeltbalg (wie seit Jahrzehnten gewohnt) sowie durch einen Auszug (kennen fast nur Menschen mit USA-Erfahrung) nach hinten. Er ermöglicht eine 130 mal 210 Zentimeter große Liegefläche, das Aufstelldach Stehhöhe zwischen Bett und vorderen Sitzen.

Dort hat Electric Brands einen verschiebbaren Küchenblock angeordnet. Bei Bedarf kann er auch außerhalb des Fahrzeugs verwendet werden, was jeder Praktiker sofort empfehlen würde. Aber manchmal stürmt oder regnet es eben. Ebenfalls eingebaut werden je nach Kundenwunsch auch Fernseher, Kühlschrank, Frischwasser-Tank und Spüle.

Wie alle Xbusse bietet der Hersteller den Camper in den Fahrgestellvarianten Standard und Offroad (mit mehr Bodenfreiheit) an. Auf Wunsch verfügt auch die Campingversion über vier Radnabenmotoren mit zusammen maximal 56 kW, was eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erlauben soll. Ein VW T3 Allrad oder der Mitsubishi L300 4WD fahren auch nicht schneller. Je Akku erweitert sich die Kapazität um 15 auf bis zu 45 kWh. Als Reichweite gibt der Hersteller je Batteriekonfiguration zwischen 200 und erstaunliche 600 Kilometer über Land an. Ein Schnelllader mit elf Kilowatt ist erhältlich.

Die gesamte Dachfläche des Xbus Camper trägt eine fünf Quadratmeter große Photovoltaikanlage. Unter optimalen Bedingungen soll der Xbus laut Electric Brands damit im Jahresdurchschnitt eine zusätzliche Reichweite von rund 30 bis 50 Kilometer pro Tag erreichen. Zudem ist der Solarstrom über eine 220-Volt-Steckdose nutzbar.

"In Vollausstattung" soll der Xbus Camper laut Hersteller mit Aufstelldach 30.170 Euro kosten. Dass das offenbar noch nicht das letzte Wort ist, deutet sich bereits rechnerisch an. Näheres möglicherweise bald im Konfigurator.

(fpi)