Elektroauto-Hersteller Next.e.Go Mobile: Börsengang "nicht mehr weit entfernt"

Wie andere E-Autohersteller auch will das Aachener Start-up sich an der Börse notieren lassen. Offen ist, auf welche Weise das geschehen soll.

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e.Go-Verwaltungsratsvorsitzender Ali Vezvaei eröffnete Mitte September 2021 einen Schauraum in Hamburg. Eröffnungsbänder durchzuschneiden kam im 19. Jahrhundert in Mode. Es könnte auch sein, dass hier nur ein gewöhnliches Absperrband durchschnitten wurde.

(Bild: Next.e.Go Mobile)

Von
  • Andreas Wilkens

Der Aachener Elektroauto-Hersteller Next.e.Go Mobile SE denkt an einen Gang an die Börse. "Wie bei anderen Akteuren im EV-Sektor kommt auch bei einem jungen Unternehmen wie unserem irgendwann der Punkt, an dem man sich von einem privaten in ein öffentliches Unternehmen umwandeln muss, um sein Wachstum zu beschleunigen. Dieser Zeitpunkt ist für e.GO nicht mehr weit entfernt", teilte e.Go-Verwaltungsratsvorsitzender Ali Vezvaei heise online mit.

Das Handelsblatt hatte berichtet, das Elektroauto-Start-up plane "Finanzkreisen zufolge", noch im ersten Halbjahr 2022 an die Börse zu kommen. Dafür komme sowohl ein normaler Börsengang als auch ein Huckepack mit einer Special Purpose Acquisition Company (SPAC) in Betracht. Eine börsennotierte SPAC würde e.Go übernehmen. Auf derlei Details ist Vezvaei gegenüber heise online nicht eingegangen.

Konkurrent Sono Motors, der eine E-Auto mit Solarmodulen bauen will, ging im November 2021 an die Börse und erlöste 135 Millionen US-Dollar. Die am zweiten Handelstag mit 32 US-Dollar an der NASDAQ notierte Aktie liegt mittlerweile bei 6 US-Dollar. Der E-Auto-Hersteller Rivian holte sich ebenfalls im November 12 Milliarden US-Dollar an der Börse ab. Er platzierte seine Anteilsscheine für je 78 US-Dollar, mittlerweile notieren sie bei 64 US-Dollar.

Vezvaei ist CEO des Private-Equity-Unternehmens ND Industrial Investments B.V. aus dem niederländischen Eindhoven. Dieses beteiligte sich Ende August 2020 an dem seinerzeit insolventen e.Go.Mobile als Mehrheitsaktionär, daraus ging "Next.e.Go Mobile SE" hervor. Voriges Jahr bekam das Unternehmen einen Finanzierungsschub von 57 Millionen Euro.

Seit dem 1. Dezember 2021 ist Martin C. Klein neuer ECO von Next.e.Go Mobile. Der Volkswirtschaftler war zuvor in leitenden Positionen bei Daimler und Recaro tätig.

Elektroautos von e.Go Mobile (23 Bilder)

Elektrokompaktwagen e.Go Life.

(Bild: e.Go Mobile)

Der elektrische Kleinwagen e.GO Life wird seit 2019 gebaut. Er ist 3,3 m lang, 1,7 m breit und knapp 1,6 m hoch, hat eine Dauerleistung von 29 kW und in der Spitze 57 kW. Er beschleunigt von 0 auf 50 km/h in 4,3 Sekunden, sein maximales Tempo ist 122 km/h. Der Lithium-Ionen-Akku fasst 21,15 kWh, die Reichweite (WLTP City) beträgt 171 km. Die Ladedauer am Schukostecker mit 230 V beträgt knapp 10 Stunden, am Typ-2-Stecker knapp 6 Stunden. Der Preis für die "Special Edition Next" beträgt 26.560 Euro.

(anw)