Elektroauto: Volkswagen will indischen Hersteller Mahindra mit Teilen beliefern

Fünf elektrische SUV-Modelle von Mahindra für den indischen Markt sollen auf Basis von Volkswagens Modularem E-Antriebs-Baukasten (MEB) gefertigt werden.

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Die SUV-Modelle mit 170 bis 290 kW, 60 bis 80 kWh Batteriekapazität, 175 kW-Schnelladung von Mahindras neuer Marke XUV basieren auf dem MEB von Volkswagen. Bei Mahindra heißt diese Basis INGLO. Die Autos sollen zwischen 2024 und 2026 in den Handel kommen.

(Bild: Mahindra)

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  • dpa

Volkswagen will seine Elektroautokomponenten künftig auch im großen Stil an den indischen Autobauer Mahindra liefern. Die beiden Unternehmen hätten Pläne zur Verwendung der volkswagen-eigenen Elektroauto-Basis MEB in fünf elektrischen SUV-Modellen der Inder vereinbart. Geplant sei ein Volumen von über einer Million Fahrzeugen über die Laufzeit. Ein verbindliches Lieferabkommen soll bis Ende des Jahres stehen. Im Mai hatten Volkswagen und Mahindra eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Wie Konzern-Technikchef Thomas Schmall in einer Videokonferenz sagte, geht es zunächst um Elektroantriebe und Batteriezellen, die Mahindra von Volkswagen bekomme. Mit dem beabsichtigten Geschäft sei auch die Aussicht auf "signifikante operative Ergebnisse" verbunden, sagte der Manager, wollte aber keine Details nennen. Ab 2024 dürften erste MEB-Teile in Mahindra-Autos zu finden sein, ergänzte Ludwig Fazel, der sich bei Volkswagen um die Vermarktung von Plattformen an externe Kunden kümmert. In der Spitze könnten laut den Planungen pro Jahr bis zu rund 300.000 Mahindra-Autos mit Komponenten von Volkswagen bestückt werden.

Die beiden Unternehmen prüfen weiter, ob sie auch auf anderen Feldern zusammenarbeiten – darunter zusätzliche Fahrzeugprojekte oder auch eine Batteriezellproduktion vor Ort. Dass sich Volkswagen selbst mit einer Zellproduktion in Indien einbringt, dafür sieht Schmall angesichts der ohnehin schon ausnehmenden eigenen Pläne aber nur geringe Chancen. Der Konzern will in Europa sechs Zellfabriken mit Partnern betreiben und muss laut Schmall auch in den USA mindestens ein Batteriewerk hochziehen, um den eigenen Bedarf decken zu können.

Volkswagen setzt seinen MEB (Modularer E-Antriebs-Baukasten) in vielen batterieelektrischen Konzernmodellen ein, vermarktet die technische Grundlage der Autos aber auch an andere Autohersteller. Ford ist großer Kunde und will auf MEB-Basis mindestens zwei Modelle bauen.

Der indische Automarkt ist mit rund drei Millionen Neuzulassungen jährlich einer der fünf größten Automobilmärkte der Welt, hinkt dem weltgrößten Markt China aber deutlich hinterher. Der Markt in Indien gilt als wettbewerbsintensiv und indische Autokäufer als sehr preisbewusst. Die Autos von Mahindra sollen laut Schmall eher im oberklassigen Segment angesiedelt sein.

Verschiedene Versuche von Volkswagen, im Land mit günstigen Autos Fuß zu fassen, schlugen bis dato fehl. Seit einiger Zeit hat die tschechische Tochter Skoda die operative Aufsicht über die Geschäfte im Land. Volkswagen verspricht sich viel von den künftigen Wachstumsaussichten in Indien mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern – auch bei Elektroautos, die in den kommenden Jahren Fahrt aufnehmen sollen. Bis 2030 gingen Schätzungen von einem Marktwachstum auf vier Millionen Einheiten pro Jahr aus, von denen dann gut die Hälfte rein elektrisch sein könnten, sagte Schmall. Beim Schwenk hin zu E-Autos sei Indien "aggressiv unterwegs".

(fpi)