Elektroautos: 51.000 Ladepunkte in Deutschland

In Deutschland gibt es nun 11.600 Ladepunkte mehr, als der Bundesnetzagentur bis Anfang Dezember 2020 gemeldet wurden.

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VW ID.3 an einer Ladestation in Bremen

Ein VW ID.3 an einer Ladestation in Bremen.

(Bild: heise online / anw)

Von
  • Andreas Wilkens

In Deutschland gibt es derzeit 50.901 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, rund 11.600 mehr als vor einem Jahr und 22.000 als vor zwei Jahren. Das geht aus einer Mitteilung der Bundesnetzagentur über die Ladepunkte hervor, die ihr zum 1. Dezember dieses Jahres gemeldet wurden.

Insgesamt haben der Bundesnetzagentur über 3500 Betreiber Ladeeinrichtungen gemeldet. Die größten 50 Betreiber betreiben etwa die Hälfte aller Ladepunkte. Rund 3200 Betreiber haben weniger als zehn Ladeeinrichtungen und stellen Ladeinfrastruktur häufig lokal zur Verfügung, zum Beispiel im Einzelhandel oder am Unternehmenssitz.

Insgesamt sind laut Bundesnetzagentur mittlerweile etwa 1,5 GW öffentliche Ladeleistung installiert, vor einem Jahr waren es 1,1 GW. Der Anteil an Schnellladepunkten beträgt aktuell 14,9 Prozent, vor einem Monat betrug er 13,6 Prozent. Die durchschnittliche verfügbare Leistung pro Ladepunkt beträgt aktuell 29,8 kW und die Anzahl an sehr schnellen Ladepunkten ab 150 kW hat sich mit nunmehr 2936 im Vergleich zum Vorjahr, als es 1385 waren, mehr als verdoppelt.

Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte müssen diese der Bundesnetzagentur melden, damit sie überprüfen kann, ob sie die Mindesanforderungen an die technische Sicherheit und Interoperabilität der Ladesäulenverordnung einhalten. Ein Normalladepunkt gibt laut der Ordnung Strom an ein Elektroauto mit einer Ladeleistung mit höchstens 22 kW ab.

Ein Ladepunkt ist laut der Verordnung öffentlich zugänglich, wenn er sich entweder im öffentlichen Straßenraum oder auf privatem Grund befindet, wenn der Parkplatz dazu von einem unbestimmten oder nur nach allgemeinen Merkmalen bestimmbaren Personenkreis tatsächlich befahren werden kann.

Die Bundesnetzagentur erfasst nicht alle öffentlich zugänglichen Ladepunkte. Dazu gehören Normalladepunkte, die vor dem 17. März 2016 in Betrieb genommen wurden, und Ladepunkte mit bis zu 3,7 kW Ladeleistung. Betreiber, die nicht von der Anzeigepflicht erfasst werden, können ihre Ladepunkte freiwillig melden. Das war in der aktuellen Auswertung bei etwa 3500 Ladepunkten der Fall.

Der europäische Verband der Automobilhersteller ACEA hatte im September dieses Jahres errechnet, dass in Deutschland auf 100 Straßenkilometer durchschnittlich 19,4 Ladestationen kommen. In Europa liege Deutschland damit an dritter Stelle der Länder mit der größten Ladestationsdichte. Falls es bis 2030 in Deutschland 15 Millionen Elektroautos geben sollte, wie sie die neue Bundesregierung anstrebt, müsse es bis dahin laut einer Studie der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur bis zu 843.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektroautos geben.

(anw)