Elektroautos: Aral plant Ultra-Schnellladestationen an seinen Tankstellen

Bisher betreibt Aral an fünf Standorten Ladepunkte. Nun will das Unternehmen expandieren.

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Kann gut sein, dass hier früher Fußmatten ausgeschüttelt und Reifen aufgepumpt wurden. Wo möglich, will Aral seine Ladestationen für Elektroautos überdachen.

(Bild: Aral)

Von
  • Andreas Wilkens

Aral will führender Anbieter von ultraschnellen Ladestationen werden. Daher sollen in den nächsten zwölf Monaten an einigen seiner 2400 Tankstellen in Deutschland gut hundert Ladepunkte mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW errichtet werden. Die geplanten Ladesäulen will Aral in Eigenregie betreiben und ausschließlich mit Ökostrom speisen. Allerdings räumt Aral einschränkend ein, die Ladestationen würden jeweils nur errichtet, "wenn sich dort ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell realisieren lässt".

An rund dreißig Tankstellen sollen jeweils zwei Säulen mit je zwei Ladepunkten ans Netz gehen, vorwiegend an Autobahnen, Bundesstraßen und in Großstädten. Je nach Fahrzeugkonfiguration sollen vier Elektroautos gleichzeitig geladen werden können.

Aral hatte eigene Ladepunkte bisher an fünf Pilotstationen in Merklingen, Dettelbach, Wittenburg, Bochum und Schkeuditz getestet. Als nächste Standorte sind welche in Wuppertal und Wollin geplant.

Das Unternehmen will das Stromladen in das Gesamtangebot der Stationen integrieren, die Verkehrsführung auf dem Tankstellengelände verbessern und, wo möglich, eine Überdachung bauen, heißt es in einer Aral-Mitteilung .

Die Aral-Stromkunden sollen an den Säulen mit Kreditkarte oder wahlweise über eine mobile Bezahl-Webseite mit einem QR-Code zahlen können. Zahlungen sollen auch mit einer Ladekarte oder App eines Mobilitätsdienstleisters im Hubject-Verbund oder über die "Aral Fuel-&-Charge-Karte" für Geschäftskunden möglich sein. Für 2021 plant Aral eine eigene Bezahl-App für Elektrokunden.

Kunden mit Ladekarte oder App eines Mobilitätsdienstleisters zahlen den vom Anbieter festgelegten Preis. Die Aral-Ladesäulen sind in das Hubject Netz eingebunden. Für Pay-as-you-go oder Ad-hoc-Laden beträgt der Preis laut Aral aktuell 47 Cent je kWh.

High Power Charger wie die von Aral können – die entsprechende Akkutechnik vorausgesetzt – ein E-Fahrzeug innerhalb von zehn Minuten Strom für eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern laden. Autos mit CCS- oder CHAdeMO-Ladesystem und mit einer Ladeleistung von mindestens 100 kW können an den Aral-Stationen Strom zapfen, für Tesla-Fahrer soll es in den Aral-Shops Type-2-Adapter geben.

Bislang halten sich die Tankstellen beim Bau von E-Ladesäulen zurück, weil lange Ladezeiten von 30 Minuten oder mehr nicht zum Konzept der Stationen passen. Der Ausbau des Ladesäulen-Netzes wird eher von Energieversorgern und auf kommunaler Ebene vorangetrieben. Aral-Konkurrent Shell fing dennoch vor gut einem Jahr an, Tankstellen mit Ladesäulen auszurüsten.

(anw)