Elektroautos: Berlin ist Hauptstadt der öffentlichen Ladepunkte​

Im Städte-Ranking für Ladesäulen belegt Berlin mit 1694 Ladepunkten vor München den 1. Platz. Bayern bleibt Spitzenreiter der Bundesländer mit plus 50 Prozent.

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(Bild: guteksk7 / shutterstock.com)

Von
  • Stefan Krempl

Berlin baut seinen Vorsprung im Städtevergleich auf Basis des Ladesäulenregisters des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weiter aus. Der Hauptstadt ist es demnach im vorigen Jahr gelungen, die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte von 974 im Dezember 2019 auf aktuell 1694 hochzuschrauben. Das entspricht einem Zuwachs von über 70 Prozent. Das jahrelang führende München, das Mitte vorigen Jahres noch mit rund 1200 Stromzapfsäulen vorne lag und erst kurz darauf von Berlin überrundet wurde, kommt nun auf 1310 Ladepunkten und sichert sich damit Rang 2.

Hamburg und Stuttgart belegen mit 1226 beziehungsweise 616 Stromzapfsäulen die Plätze 3 und 4. Neu in den Top 5 ist Wolfsburg mit 467 Ladepunkten. Die Stadt konnte einen Zuwachs von rund 1500 Prozent innerhalb eines Jahres verzeichnen, nachdem der dort sitzende Volkswagen-Konzern das Ruder in Richtung Elektromobilität herumriss. Auf die restlichen Plätze in den Top 10 verteilen sich Essen, Regensburg, Hannover, Karlsruhe und Köln.

Im Ländervergleich hat sich im vergangenen Jahr bei den Spitzenpositionen nichts getan, die Dynamik bleibt aber auch dort insgesamt hoch. Das vergleichsweise große Bayern verzeichnet ein Plus von knapp 50 Prozent seit Dezember 2019 und landet mit 8325 Ladepunkten auf Platz 1. Das etwas kleinere Baden-Württemberg steigerte sich sogar um rund 70 Prozent und liegt mit 7047 gemeldeten Ladepunkten auf Rang 2. Es folgt das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 6164 Ladepunkten. Niedersachsen landet auf Platz 4 mit 3783 Stromzapfsäulen vor Hessen mit 2775. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der öffentlichen Ladepunkte bundesweit um 66 Prozent von rund 24.000 Ende 2019 auf etwa 40.000 gestiegen.

Parallel zum Zuwachs bei der öffentlichen Ladeinfrastruktur gehe der Ausbau der privaten Ladepunkte dank des Förderprogramms der staatlichen Bank KfW für Wallboxen "gerade durch die Decke", freut sich die BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Dieser Ansatz orientiere sich am Bedarf der "E-Mobilisten": Mehr als 80 Prozent aller Ladevorgänge fänden zu Hause oder am Arbeitsplatz statt.

Die Branche habe aber auch "einige Sorgenfalten auf der Stirn", erklärte Andreae. "Für den massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur brauchen die Betreiber Planungssicherheit." Ständige neue Vorgaben für technische, aber nicht notwendige Nachrüstungen machten "den Betrieb der Ladesäule unwirtschaftlich", kritisierte sie die derzeit diskutierte Reform der Ladesäulenverordnung. Weitere Fesseln, die gelöst werden müssten, seien die schnelle und unbürokratische Bereitstellung von Flächen für Ladestationsorte, "die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren und die Entbürokratisierung der Förderprogramme."

In das BDEW-Ladesäulenregister fließen neben Meldungen der Energieunternehmen Daten weiterer Marktakteure wie Parkhaus- und Parkplatzbetreiber, Supermärkte und Hotels ein. Die dortigen Zahlen sind daher manchmal etwas höher als die der Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur. Die Regulierungsbehörde veröffentlicht darin nur Stromtankstellen, die den Anforderungen der Ladesäulenverordnung genügen. Sie will so "ein besonderes Augenmerk auf die technische Sicherheit der Anlagen" legen. In diesen Verzeichnis sind momentan 35.076 aktive Normalladepunkte und 5730 Schnellladepunkte aufgeführt.

(vbr)