Elektroautos: Deutsche Autohersteller verdoppeln Marktanteil in China

15 Prozent aller Neuwagen in China sind inzwischen Elektroautos. Den deutschen Konzernen ist es gelungen, ihren Anteil daran auszubauen.

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Tesla Model Y

Tesla dürfte mit dem nun auch in Deutschland produzierten Model Y (Test) gute Chancen haben, seinen Marktanteil weiter auszubauen.

(Bild: Tesla)

Von
  • Martin Franz
  • mit Material der dpa

Beim Verkauf batterieelektrischer Autos haben die deutschen Hersteller auf dem größten Markt der Welt Boden gutgemacht. In China seien im ersten Quartal 2022 insgesamt eine Million Elektroautos verkauft worden, zwei Drittel aller weltweit neu zugelassenen E-Autos, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung PwC. Mit neuen Modellen hätten es die deutschen Konzerne geschafft, ihre Marktanteile bei den Elektroautos in der Volksrepublik auf 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verdoppeln.

In China betrage der Elektroauto-Anteil an allen Neuzulassungen inzwischen 15 Prozent. Zum Vergleich: Auf den wichtigsten europäischen Märkten liegt er bei insgesamt 13 Prozent, wobei Norwegen prozentual weiter mit riesigem Abstand führt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden dort 32.342 Autos erstmals zugelassen, 26.800 davon waren Elektroautos - ein Anteil von 82,9 Prozent. Auf Plug-in-Hybride entfallen weitere 6,9 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im ersten Quartal 2022 insgesamt 625.954 Autos erstmals zugelassen, 83.672 davon waren Fahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb.

Im vergangenen Jahr war das Tesla Model 3 in Norwegen das meistverkaufte Auto. In diesem Jahr dürfte es heftige Konkurrenz durch das Model Y geben.

(Bild: Tesla)

In Südkorea liegt der E-Autoanteil bei den Neuzulassungen bei 7 Prozent, in den USA sind es 5 Prozent und in Japan ein Prozent. Lieferengpässe drückten in Europa die Auslieferung der Plug-in-Hybriden. Wie steigende Lieferzeiten und sogar Bestellstopps bei diesen Modellen zeigten, versuchten die europäischen Hersteller jetzt, Marktanteile bei den E-Autos zu sichern.

Russlands Überfall in der Ukraine habe zu extremen Preissteigerungen und Versorgungsengpässen bei den Batterie-Rohstoffen Lithium, Nickel und Kobalt geführt. "In Zukunft wird der Zugang zu wichtigen Rohstoffen ebenso bedeutend werden wie technische Exzellenz bei Fahrzeug- und Softwareentwicklung", sagte der PwC-Autoexperte Jörn Neuhausen.

"Neben Investitionen in eine lokale Batterieproduktion und den Aufbau von Gigafactories in Europa und den USA könnten zukünftig auch Partnerschaften mit Rohstoffherstellern eine größere Rolle für Automobilhersteller spielen, um die Abhängigkeit von volatilen Lieferketten zu reduzieren."

(mfz)