Sprit vs Strom: Kostenersparnis für E-Autos in Deutschland am geringsten

Insgesamt wächst laut Leaseplan in Europa die Bereitschaft für Elektroautos, an einigen Ecken hapert es aber noch.

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Verfügbarkeit von Schnellladestationen (DC) im Verhältnis zur Länge der Autobahnen im Land.

(Bild: Leaseplan)

Von
  • Andreas Wilkens

Strom für einen Kilometer an einer öffentlichen Ladesäule zu tanken kostet in Deutschland 78 Prozent des entsprechenden Kraftstoffs für Verbrenner. Damit hat Deutschland nach Berechnungen von Leaseplan im europäischen Vergleich unter 22 Ländern den höchsten Energiepreisindex. Andere Länder auf hohem Niveau sind Irland (65 Prozent) und Spanien (62 Prozent), die niedrigsten Werte haben Norwegen (28 Prozent) und die Niederlanden (39 Prozent).

In seinem " EV Readiness Index 2021 " (PDF) hat der Flottendienstleister Leaseplan auch festgestellt, dass die Ladeinfrastruktur in vielen Ländern immer noch ein großes Hindernis für die flächendeckende Einführung der Elektromobilität darstelle. Die Anzahl der neu installierten Ladesäulen sei 2020 geringer als 2019 gewesen.

In Deutschland zählte das Unternehmen 43.000 Ladestationen, davon knapp 7000 mit Schnelllade-Möglichkeiten. Die Niederlande kommen auf 61.000 Ladestationen und Frankreich auf 45.000 und liegen nach absoluten Zahlen vor Deutschland. Pro 1000 Kilometer kommen die Niederlande auf 3,53 Stationen, Norwegen auf 3,4.

Elektroauto-Fahrer zahlen im Durchschnitt aller betrachteten Länder 63 Prozent dessen, was Fahrer eines Benziners oder Diesels an den Staat abführen. Dieser Vorteil sei ungleichmäßig verteilt: In sechs Ländern – Österreich, Griechenland, Ungarn, Irland, Polen und Vereinigtes Königreich – zahlen E-Fahrer überhaupt keine Steuer.

In der Rangliste des Readyness-Indexes hat Norwegen die Niederlande gegenüber dem Vorjahr an der Spitze abgelöst. Deutschland rückte um einen Platz auf 7 vor. Der Index setzt sich zusammen aus den von Leaseplan vergebenen Punktzahlen für die Reife des Autos, die Reife der Ladeinfrastruktur und die Gesamtbetriebskosten zusammen. In Sachen Ladeinfrastruktur schneidet Deutschland eher schlecht ab, gleicht dies aber durch die beiden anderen Faktoren aus.

Die wichtigsten E-Autos (54 Bilder)

Audi Q4 e-tron

(Daten, Stand: 14.09.21)


Spitzenleistung 125 - 220 kW

Dauerleistung 70 bzw. 77 kW

Batteriekapazität brutto/netto 55/51,5 kWh (Q4 e-tron 35) bzw. 82/76,6 kWh

max. Ladeleistung Wechselstrom 7,2 kW (e-tron 35) bzw. 11 kW

max. Ladeleistung Gleichstrom  110 kW (Q4 e-tron 35) bzw. 125 kW


Reichweite (WLTP)  306 km (e-tron 35 min.) bis 521 km (e-tron 40 max.)


Stromverbrauch (WLTP kombiniert) 17,0 (e-tron 35 min.) bis 21,3 kWh/100 km (e-tron 45 u. 50 quattro max.)


Höchstgeschwindigkeit: 160 (Modelle mit Hinterradantrieb) bzw. 180 km/h (quattro-Modelle)


Kofferraumvolumen: 520 - 1490 Liter


Grundpreise (brutto, Stand: 29.07.21): 41.900 bis 53.600 Euro
(Bild: Audi )

Im Vergleich zu 2020 hätten sich fast alle Länder in der Gesamtbewertung verbessert, resümiert Leaseplan. Das deute auf eine erhöhte Bereitschaft für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Europa hin. Rumänien, die Slowakei und die Tschechische Republik hätten sowohl die niedrigsten Bewertungspunkte als auch die langsamste Verbesserungsrate.

(anw)