Elektroautos: Shell und ABB wollen Schnellladenetz mit Ökostrom aufbauen

Der Mineralölkonzern will mit Hilfe von ABB ein deutschlandweites Netz an Schnellladestationen errichten, die bis zu 360 kW Ladeleistung bieten.

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Frank Muehlon, CEO von ABB E-mobility, und István Kapitány, "Global Executive Vice President for Shell Mobility" vor einer Ladesäule "Terra 360".

(Bild: ABB)

Von
  • Andreas Wilkens

Das Mineralölunternehmen Shell und der Energietechnikkonzern ABB wollen in Deutschland ein landesweites Netz mit Schnellladestationen für Elektroautos aufbauen. Innerhalb der kommenden zwölf Monate sollen 200 Ladesäulen in Betrieb gehen, die mit der ABB-Technik "Terra 360" ausgerüstet sind. Sie sollen eine Leistung von bis zu 360 kW liefern können.

"Terra 360" gebe es in verschiedenen Konfigurationen un es kann mehrere Fahrzeuge gleichzeitig aufladen, geht aus einer ABB-Mitteilung hervor (PDF). Die Stationen unterstützen die Ladestandards CCS-1, CCS-2, CHAdeMO, AC Type-2, die Ladelabel sind bis zu 5 m lang. Ein Elektroauto könne in 15 Minuten oder weniger vollständig aufladen werden, heißt es. Allerdings gibt es momentan kein Auto, das die maximale Ladeleistung unterstützt. Der Porsche Taycan kommt auf 270 kW. Der Strom für die Ladesäulen in dem Netzwerk "Shell Recharge" soll komplett aus erneuerbaren Energien stammen.

"Der Verkehrssektor ist für rund 29 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich", heißt es aus dem Hause ABB. Dessen Abteilung E-mobility hat kürzlich mit Shell einen neuen globalen Rahmenvertrag für die Lieferung des gesamten ABB-Angebots von AC- und DC-Ladestationen geschlossen. Die Produktpalette reicht von der AC-Wallbox (ab 882,95 €) bis hin zur Ladesäule Terra 360.

Shell betreibt weltweit in 80 Ländern mit über 46.000 Stationen. Das Unternehmen will bis 2025 weltweit mehr als 500.000 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge betreiben, darunter mehr als 30.000 Ladesäulen an Shell-Tankstellen, Elektro-Hubs, entlang von Straßen und an Supermärkten. Die ersten Shell-Tankstellen wurden vor drei Jahren mit Ladesäulen ausgerüstet.

Die Reichweite von Elektroautos und damit verbunden die Verfügbarkeit von Ladestationen sowie die Dauer des Ladevorgangs sind neuralgische Punkte für Menschen, die sich ein neues Auto zulegen wollen. Dies hat nun aktuell der TÜV-Verband in einer Umfrage festgestellt. Auch Shell-Konkurrent bp errichtet zurzeit an seinen Tankstellen Ladestationen, davon sollen etwa hundert es auf eine Ladeleistung von 350 kW bringen.

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(anw)