Elektroautos: Volkswagen will in den USA elektrische Pritschenwagen anbieten

Volkswagen will sich an die Fersen von Ford, Tesla oder Rivian heften und in den USA unter dem traditionsreichen Namen Scout elektrische Pick-ups anbieten.

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Die konventionell motorisierte Studie Atlas Tanoak für ein US-Pritschenwagen-Modell von 2018. Damals wollte Volkswagen alles anders machen.

(Bild: VW)

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  • dpa

Ausgerechnet bei den in den USA beliebten Pick-ups konnte Volkswagen jahrelang nicht liefern, doch nun will der Konzern ab 2026 mit einer eigenen Elektroauto-Marke antreten. Geplant ist ein batterieelektrischer Pritschenwagen unter dem traditionsreichen Herstellernamen Scout. Das gab der Autohersteller am Mittwochabend nach einer Sitzung des Aufsichtsrats in Wolfsburg bekannt. Es wäre eine Art Wiederbelebung der Geländewagen des früheren Auto-, Lkw- und Landmaschinenbauers International Harvester aus Chicago. In einer ersten Stufe sollen 100 Millionen Euro an Investitionen in das Projekt fließen, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens.

Die Suche nach einer Möglichkeit, auf dem Markt für Pick-ups Fuß zu fassen, lief bereits länger. Zwar haben die leichten Nutzfahrzeuge von Volkswagen mit dem Amarok seit vielen Jahren solch ein Modell im Programm – ausgerechnet in den USA wurde es aber nicht verkauft. Ein Grund war eine skurrile Importhürde, mit der Washington Handelshemmnisse für exportierte Hühnchen durch höhere Einfuhrzölle für bestimmte Autotypen vergolten hatte ("Chicken Tax").

In der Folge dominierten die heimischen Anbieter wie General Motors oder Ford das Inlandsgeschäft mit Pick-up-Trucks. So brachte Ford den F-150 jetzt als Elektromodell Lightning heraus.

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Auch US-Elektroautohersteller wie Tesla (mit dem Cybertruck) oder Rivian in der Sparte aktiv. Ein vom VW-Plattform-Partner Ford entwickelter Amarok-Nachfolger soll in diesem Sommer vorgestellt werden. Bisher lieferte der Konzern gut 830.000 VW Amarok in Europa, Südamerika, Südafrika und Ozeanien aus.

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Für Volkswagen lief es in den USA nach dem dort zuerst aufgeflogenen Diesel-Abgasbetrug lange nicht rund. Auch die genaue Strategie war Beobachtern oft nicht ganz klar – zwischenzeitlich wurde etwa eine "Limousinen-Offensive" ausgerufen, während das Geschäft mit SUVs immer stärker anzog. 2021 gelang dem Konzern auf dem wichtigen Markt nach verlustreichen Jahren dann die Wende in die schwarzen Zahlen.

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Bis 2030 peilt Vorstandschef Herbert Diess in den Vereinigten Staaten nun einen Gesamtmarktanteil von 10 Prozent an. Außerdem soll es auch hier mehr E-Modelle geben. Die Fabrik in Chattanooga (Tennessee) wird ausgebaut, zusätzlich könnte ein neues Werk in den USA oder in Mexiko entstehen. Im nordamerikanischen Lkw-Geschäft war der Konzern lange ebenso nicht vertreten, jüngst übernahm er den US-Anbieter Navistar.

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(fpi)