Elektronische Patientenakte: 76 Prozent der Deutschen wollen sie benutzen

20 Prozent der Deutschen wollen einer Umfrage der Bitkom zufolge die elektronische Patientenakte nicht nutzen – unter anderem wegen der Datensicherheit.

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(Bild: THICHA SATAPITANON/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

76 Prozent der deutschen Bevölkerung wollen die Anfang 2021 eingeführte elektronische Patientenakte (ePA) der gesetzlichen Krankenkassen gerne benutzen, fühlen sich aber zum überwiegenden Teil nicht ausreichend von den Krankenkassen und Ärzten darüber informiert. Sie fordern in diesem Punkt eine Nachbesserung. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom. Erst 0,5 Prozent der Befragten nutzen die ePA demnach.

Konkret planen 39 Prozent der befragten Menschen in Deutschland, die epA "auf jeden Fall" zu benutzen, 37 Prozent gaben an, es "wahrscheinlich" zu tun. Rund 20 Prozent schließen dies für sich ganz aus. Von ihnen befürchten 46 Prozent, dass die über sie gespeicherten Daten nicht ausreichend sicher sind, schildert Bitkom Research. Von denen, die die ePA nicht benutzen wollen, sehen 20 Prozent auch keinerlei Mehrwert in ihr. 29 Prozent wollen die ePA nicht benutzen, weil sie Fehler bei der Dateneingabe befürchten, die zu Fehldiagnosen oder falschen Behandlungen führen könnten. 20 Prozent geben allerdings auch zu, dass sie sich mit dem Thema nicht auskennen.

Die geringe Aufklärung über die ePA scheint zu einer hohen Verunsicherung zu führen. Denn 52 Prozent und damit die Mehrheit der Befragten gaben an, nicht ausreichend über die elektronische Patientenakte informiert worden zu sein – weder von ihrer Krankenkasse noch von ihren Ärztinnen und Ärzten. 73 Prozent fordern deshalb mehr und aktive Aufklärung zum Thema durch Ärzte.

Mit 62 Prozent ist ein überwiegender Teil der Ansicht, dass die elektronische Patientenakte automatisch für jeden Krankenversicherten angelegt werden sollten. 41 Prozent der befragten deutschen Bevölkerung halten das bisherige Verfahren zur Beantragung der ePA für zu umständlich.

Generell fordern die Befragten, dass die elektronische Patientenakte weitere Features erhalten sollte, wie etwa eine Arztsuche, Terminbuchungen und das eRezept. 72 Prozent plädieren für eine Erweiterung der ePA in Richtung dieser Services.

Während einige die ePA wegen Bedenken der Datensicherheit nicht benutzen wollen, ist eine Mehrheit der Befürworterinnen und Befürworter dazu bereit, freiwillig ihre Daten anonymisiert zu Forschungszwecken zur Verfügung zu stellen. 60 Prozent der befragten Menschen würden eine solche Datenspende vornehmen, heißt es in den Ergebnissen der Bitkom-Umfrage.

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Die elektronische Patientenakte ist ein zentraler Baustein zur Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Sie bündelt unter anderem medizinische Daten eines Patienten sowie Diagnosen. Ab 2022 soll die ePA auch den Impfpass enthalten.

Die repräsentative telefonische Umfrage von Bitkom Research wurde im November 2021 unter 1003 Menschen in Deutschland ab einem Alter von 16 Jahren durchgeführt.

(olb)