Elektroschrott: Scharfe Kritik an Apple aus Großbritannien

Apple mache die Reparatur seiner Produkte schwer und teuer, heißt es in dem Umweltbericht des britischen Unterhauses. Apple zeigt sich "enttäuscht".

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(Bild: Apple)

Von
  • Leo Becker

Nach Ansicht britischer Abgeordneter verursacht Apple unnötig zusätzlichen Elektroschrott: Gadgets hätten eine zunehmend kürzere Lebensspanne und seien zugleich immer schwerer zu reparieren, heißt es in einem Umweltbericht des britischen Unterhauses. Apple klebe und verlöte die Teile in seinen Laptops derart, dass die Reparatur "sehr schwierig" sei.

Der Konzern veranschlage zudem hohe Preise für eine Reparatur, sodass ein Neukauf mitunter attraktiver sei. Dieser "Trend muss stoppen", fordern die Abgeordneten.

Großbritannien generiert pro Kopf die zweitgrößte Menge an Elektroschrott weltweit, heißt es in dem E-Waste-Bericht des Umweltausschusses. Hersteller und Händler seien für den Elektroschrott verantwortlich, würden dieser Aufgabe jedoch "ganz klar" nicht gerecht. Als Beispiel wird mehrfach Apple angeführt, ebenso wie Amazon – der Händler unternehme zu wenig für Rücknahme und Recycling von E-Waste.

Apple wird sowohl bei geplanter Obsoleszenz, bei schlechter Reparierbarkeit als auch bei hohen Reparaturkosten als einziges Unternehmen namentlich in dem Bericht aufgeführt. Der Konzern sei nicht zu einem Treffen gewillt gewesen, um seine Standpunkte zu den Reparaturpraktiken offenzulegen, meinen die Abgeordneten – erst auf Druck habe Apple manche Fragen in schriftlicher Form beantwortet.

In einer Stellungnahme gegenüber dem Guardian erklärte Apple, das Unternehmen sei über den Umweltbericht "überrascht und enttäuscht", er gebe keine von Apples Bemühungen zum "Schutz des Planeten" wieder. Für Kunden gebe es mehr Reparatur- und Recycling-Optionen denn je.

In der schriftlichen Antwort an das britische Unterhaus betonte Apple zuvor, die eigenen Produkte seien stets auf Langlebigkeit ausgelegt. Reparaturen müssten fachgerecht mit echten Teilen durchgeführt werden, beteuert der Hersteller – unter Verweis auf sein neues Programm, das erstmals freien Werkstätten den Zugriff auf Originalersatzteile ermöglicht. Die Frage, warum Apple Ersatzteile und Reparaturanleitungen nicht allgemein verfügbar macht, ließ das Unternehmen unbeantwortet.

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(lbe)