Embedded DisplayPort 1.5: Notebook- und Tablet-Displays sparen mehr Strom

eDP 1.5 verlängert die Akkulaufzeit von mobilen Geräten, indem Bildschirme nicht mehr das komplette Bild aktualisieren müssen, etwa bei einer Benachrichtigung.

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(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Embedded DisplayPort (eDP) 1.5 zur Bildübertragung bei Notebooks und Tablets löst das sechs Jahre alte eDP 1.4b ab. Im Fokus stehen Effizienzverbesserungen, um die Akkulaufzeit mobiler Endgeräte zu erhöhen. Dazu kombiniert die verantwortliche Video Electronics Standards Association (VESA) zwei vorhandene Techniken: Adaptive-Sync und Panel Self Refresh (PSR).

eDP 1.5 kann über das neue Panel-Replay-Protokoll einzelne Bildteile in den Framebuffer eines Displays schreiben, woraufhin die GPU per Adaptive-Sync einen Bildneuaufbau anregt und das Display das vorhandene Bild mit dem neuen Teil kombiniert. Als Beispiel nennt die VESA in der Mitteilung zu eDP 1.5 eine Benachrichtigung, die auf einem Notebook-Desktop angezeigt wird. Mit eDP 1.4b müsste die Grafikeinheit das komplette Bild an das Display schicken, was mehr elektrische Energie kostet.

Bei Notebooks und höherpreisigen Tablets ist eDP stark verbreitet. Der Standard ist der kleine Bruder des DisplayPorts von Desktop-Grafikkarten und PC-Monitoren, kommt aber ohne klassische Steckverbindungen aus.

Bleibt das angezeigte Bild nun statisch erhalten, kommt der klassische Panel Self Refresh zum Einsatz: Die Bildwiederholrate des Bildschirms wird so weit reduziert, wie es das Panel zulässt. Erst wenn im Falle von LCDs (etwa TN, IPS und VA) die Flüssigkristalle instabil werden, aktualisiert das Display sein Bild, greift dabei aber auf einen kleinen Framebuffer-Speicher zurück. So muss die GPU keine neuen Bilder übertragen und kann wie das eDP-Interface in einen Ruhezustand wechseln.

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Neue OLED-Bildschirme kommen derweil ohne Framebuffer aus, weil die organischen LEDs ihren Zustand länger aufrechterhalten können, das Bild also nicht so häufig aktualisiert werden muss. Version 1.5 lehrt eDP den Umgang mit diesen OLED-Panels. Als weitere Funktion schaltet eDP 1.5 das Display-Interface immer dann kurzzeitig aus, wenn sich das Bild im Aufbau befindet. Zudem sollen die Intervalle kleiner werden, in denen GPUs Bilder an das Display übertragen können – etwa zur Anzeige krummer Hertz-Raten beim Abspielen von Videos.

Das eingangs angesprochene Panel Replay hatte die VESA zuvor schon mit DisplayPort 2.0 bei Desktop-Hardware eingeführt, wo die Stromsparmechanismen allerdings eine untergeordnete Rolle spielen. Bei DisplayPort 2.0 stehen höhere Übertragungsraten für 8K- und 16K-Monitore im Fokus – Auflösungen, die bei Notebooks und Tablets wenig relevant sind.

(mma)