Embedded-Systeme: Wind River wechselt erneut den Besitzer von TPG zu Aptiv

Der internationale Automobilzulieferer übernimmt den Hersteller des Echtzeitbetriebssystems VxWorks.

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(Bild: Suwin / Shutterstock.com)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Der Automobilzulieferer Aptiv hat die Übernahme von Wind River angekündigt. Damit wechselt der Embedded-Spezialist erneut den Besitzer, nachdem Intel ihn 2016 an den Investor TPG verkauft hatte. Laut der offiziellen Pressemitteilung zahlt Aptiv an den jetzigen Besitzer 4,3 Milliarden US-Dollar in Cash.

Mit der Übernahme trägt Aptiv vor allem der zunehmenden Bedeutung von Software im Automotive-Bereich Rechnung. Der Geschäftsführer und CEO Kevin Clark spricht von dem größten Wandel der Automobilindustrie seit mehr als 100 Jahren, in dem "Software Defined Vehicles zunehmend kritische Elemente eines breiteren intelligenten Ökosystems werden".

Das 1981 gegründete Unternehmen Wind River bietet Software und Dienstleistungen im Embedded-Bereich an. Zu den bekanntesten Produkten gehört das Echtzeitbetriebssystem VxWorks, das inzwischen neben C und C++ auch Anbindungen für die Programmiersprachen Rust und Python bietet. Mit Wind River Linux hat das Unternehmen zudem eine kommerzielle Linux-Variante für eingebettete Systeme im Angebot. Laut eigenen Angaben lag der Jahresumsatz 2021 bei 400 Millionen US-Dollar.

2009 hatte Intel den Embedded-Spezialisten für 884 Millionen US-Dollar gekauft. Das Hauptziel, die Präsenz im Bereich Smartphones und weiteren Mobilgeräten zu stärken, hatte Intel jedoch nicht erreicht. Daher verkaufte es Wind River im Jahr 2018 zu nicht genannten Konditionen an den unabhängigen Investor TPG.

Nach dem Intel-Ausstieg kündigte der Wind-River-Geschäftsführer Jim Douglas eine stärkere Ausrichtung auf die Bereiche Edge und Cloud an. Vertikal gehört der Automotive-Bereich neben medizinischen und industriellen Systemen sowie Luft- und Raumfahrt zu den Anwendungsfeldern von Wind River.

Darin findet sich die Schnittmenge zu Aptiv: Der Automobilzulieferer entstand 2017 nach der Aufspaltung von Delphi Automotive und übernahm dabei die Bereiche Vernetzung, Fahrzeugelektronik und autonomes Fahren. Die Hauptzentrale befindet sich inzwischen in Dublin, obwohl die Delphi Corporation ihre Wurzeln als Ausgründung aus General Motors in den USA hat. Zu den zahlreichen Projekten von Aptiv gehört eine 2019 gestartete Kooperation mit Hyundai mit dem Ziel, eine Plattform für autonomes Fahren aufzubauen.

Weitere Details zu der Übernahme finden sich in der gemeinsamen Pressemitteilung von Aptiv und Wind River.

(rme)